Ärzte Zeitung online, 07.04.2009

WHO: Mehr für Katastrophenschutz tun

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an die Staatengemeinschaft appelliert, mehr für den Katastrophenschutz zu tun. Insbesondere komme es darauf an, Krankenhäuser so auszurüsten, dass sie auch bei Erdbeben, Überflutungen und Wirbelstürmen Menschen versorgen und retten könnten, betonte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Montag anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April.

"Bei einigen großen Notfällen haben manche Länder die Hälfte ihrer Krankenhauskapazitäten verloren - zu einem Zeitpunkt, wo diese am dringendsten gebraucht worden wäre", erklärte Chan laut einer Mitteilung aus Genf. Nach Angaben der WHO kamen 2008 weltweit etwa 236 000 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben. Dies sei fast viermal mehr als der Durchschnitt der Vorjahre.

Allein dem tropischen Zyklon Nargis, der in Birma wütete, fielen etwa 138 000 Menschen zum Opfer. Ein Erdbeben erschütterte die chinesische Provinz Sichuan im Mai und riss mehr als 87 000 Menschen in den Tod. Neun der zehn Länder, in denen weltweit am meisten Bewohner bei Naturkatastrophen starben, liegen in Asien. Der Schaden erreichte den Angaben zufolge eine Höhe von 181 Milliarden US-Dollar (134 Milliarden Euro).

"Dieser dramatische Anstieg an Verlusten von Kapital und Menschenleben ist alarmierend", sagte Salvano Briceno, Direktor der UN-Abteilung für Katastrophenschutz. "Traurigerweise hätten viele dieser Verluste verringert werden können, wenn Gebäude in China - vor allem Krankenhäuser und Schulen - erdbebensicherer gebaut worden wären. Ein effektives Frühwarnsystem in Birma hätte ebenfalls viele Leben retten können."

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