Ärzte Zeitung, 14.04.2009

EU will mehr Sicherheit vor Infektionen für Patienten

Gesundheitsausschuss billigt Vorschlag der Kommission

BRÜSSEL (spe). Der Schutz von Patienten vor Infektionen oder Komplikationen bei medizinischen Behandlungen soll EU-weit verbessert werden. Der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments hat kürzlich einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission gebilligt.

Danach sollen die EU-Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass die Sicherheit der Patienten durch eine verbesserte Vorbeugung und die Eindämmung von therapiebegleitenden Infektionen erhöht wird.

Infektionen, die infolge einer medizinischen Behandlung auftreten, führen Schätzungen der Kommission zufolge zu rund 37 000 Todesfällen jährlich. Auch wird angenommen, dass es EU-weit bei acht bis zwölf Prozent der in Krankenhäuser eingelieferten Patienten im Laufe der Behandlung zu Infektionen oder Komplikationen kommt. Die meisten davon seien auf systembedingte Faktoren, wie etwa zu wenig Personal oder mangelnde Hygiene, zurückzuführen, so der CDU-Europaabgeordnete Thomas Ulmer.

Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Zwischenfälle bis zum Jahr 2015 um bis zu 20 Prozent jährlich zu verringern. Der Vorschlag sieht ferner vor, die Patienten über das Vorgehen der Behandlungseinrichtungen gegen Infektionen oder Komplikationen zu informieren als auch über Beschwerde- und Rechtsbehelfsmöglichkeiten.

Es soll jedoch den EU-Ländern überlassen sein, zu entscheiden, wie sie die Kompensation etwaiger Zwischenfälle regeln wollen. Außerdem schlägt Ulmer Datensicherheit für Patienten vor: "Nach einer Behandlung sollen Patienten die Löschung ihrer Daten beantragen können."

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