Ärzte Zeitung online, 19.04.2009

USA wollen DNA-Speicherung massiv ausweiten

WASHINGTON (dpa). Die amerikanischen Polizeibehörden weiten nach einem Bericht der "New York Times" die Speicherung von DNA-Daten massiv aus. Wie die Zeitung in ihrer Sonntagsausgabe schreibt, werden nun die DNA-Profile - und damit der genetische Fingerabdruck - von Millionen Menschen gespeichert.

Betroffen sind die genetischen Profile von festgenommen Bürgern, die aber nicht verurteilt wurden, darunter die von illegalen Einwanderern. Bisher erfassten die Bundesbehörden nur DNA-Proben von Verurteilten. Mit dem Schritt sollen mehr Verbrechen aufgeklärt werden. Gleichzeitig breitet sich die Sorge aus, dass die USA zu einer "genetischen Überwachungsgesellschaft" werden könnten, schreibt das Blatt.

Die Bundespolizei FBI, die eine DNA-Datenbasis von rund 6,7 Millionen Menschen hat, erwartet einen rasanten Zuwachs der Zahl von DNA-Profilen. Derzeit werden pro Jahr 80 000 neue Proben registriert. Bis zum Jahr 2012 soll die Zahl auf rund 1,2 Millionen jährlich steigen.

Beamte der Strafverfolgungsbehörden betonen, dass durch eine Ausweitung der DNA-Datenbanken mehr Gewaltverbrechen aufgeklärt werden können. DNA-Proben hätten dabei geholfen, tausende von Kriminellen zu überführen und mehr als 200 unschuldig Verurteilte zu entlasten.

Scharfer Protest kommt von einem Anwalt der Bürgerrechtsbewegung ACLU, der ein solches Vorgehen bei geringfügigen Vergehen - wie das Ausstellen ungedeckter Schecks oder Ladendiebstahl - für verfassungswidrig hält.

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