Ärzte Zeitung online, 26.06.2009

Ärzte warnen vor Engpässen durch teure Arznei

BERLIN (dpa). Nach den Krankenkassen haben auch die Ärzte vor finanziellen Engpässen in der Medizinversorgung durch neue, einzigartige Medikamente gewarnt. Man müsse Lösungen für die neuen Mittel gegen Krebs- und chronische Entzündungskrankheiten finden, die auf Dauer nicht für alle finanzierbar seien, sagte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig.

"Wir wollen nicht, dass bei lebensbedrohlichen Erkrankungen das Geld zum Fenster rausgeworfen wird, das wir anderswo dringend brauchen", sagte Ludwig gegenüber dem "Tagesspiegel" (Freitag).

Zugleich warnte er die Kassen vor "unethischen" Forderungen. "Wenn es keine Therapiealternative gibt, kann man diese Mittel sicher nicht aus dem Erstattungskatalog streichen." Der Verband der gesetzlichen Krankenversicherung hatte für neue, besonders teure Mittel ohne Vergleich im bisherigen Arzneimittelsortiment gefordert, den Herstellern die Hoheit über die Preise zu nehmen. Hier müsse notfalls der Staat einspringen.

Die Arzneimittelhersteller warnten für diesen Fall vor einem Verlust an Forschungs- und Produktionspotenzial für Innovationen zugunsten Schwerkranker.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »