Ärzte Zeitung online, 24.07.2009

Widerstand gegen rasche US-Gesundheitsreform

WASHINGTON (dpa). Rückschlag für US-Präsident Barack Obama: Keine 24 Stunden nach seinem leidenschaftlichen Appell für eine rasche Verabschiedung der Reform des Gesundheitswesens wächst der Widerstand bei seinen demokratischen Parteifreunden.

Der Führer der Demokraten im Senat, Harry Reid, kündigte am Donnerstag in Washington an, dass es entgegen Obamas Vorstellungen keine Abstimmung über die Reform vor Beginn der Sommerpause Anfang August geben werde.

Ziel sei es, zu einem parteiübergreifenden Reformplan zu kommen, das allerdings brauche seine Zeit, so Reid laut dem US-Fernsehsender ABC. Er rechne aber damit, dass Demokraten und Republikaner sich noch im August auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf einigen könnten. "Es ist besser etwas zu schaffen auf Grundlage von Qualität und Überlegung, als etwas einfach durchzuboxen", meinte Reid laut ABC.

Das Gesetzespaket zur Gesundheitsreform könnte durchaus noch im Herbst im Kongress verabschiedet werden, sagte Obama dem US-Sender als Reaktion auf Reids Ankündigung. Die Verzögerung im Senat bedeute nicht automatisch, dass der Zeitplan für die Reform gefährdet sei, so Obama in einem ABC-Interview.

Die Gesundheitsreform gehört zu Obamas wichtigsten Wahlkampfversprechen. Auf einer landesweit übertragenen Pressekonferenz am Mittwochabend und bei einer Bürgerversammlung in Shaker Heights (Ohio) am Donnerstag hatte Obama erneut die Bedeutung des Reformprojekts betont.

Es gehe nicht nur um die 47 Millionen US-Bürger ohne Krankenversicherung und um eine effizientere und kostensparende medizinische Versorgung der Amerikaner, so Obama. Ohne eine Reform seien auch die Konkurrenzfähigkeit der US-Wirtschaft und die Konsolidierung des Staatshaushalts gefährdet. Ohne einen gewissen Zeitdruck glaube er nicht an die Verwirklichung der Reform, sagte Obama.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »