Ärzte Zeitung online, 20.08.2009

Krebskranker Kennedy bittet um rasche Nachfolge

WASHINGTON (dpa). Der schwer krebskranke US-Senator Edward Kennedy (77) sorgt sich, dass er an den anstehenden Kongress-Abstimmungen über eine Gesundheitsreform nicht mehr teilnehmen kann - und den Demokraten dann eine möglicherweise entscheidende Stimme fehlt.

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Hat sich immer für eine umfassende Gesundheitsreform eingessetzt: Edward Kennedy.

Foto: dpa

In einem Brief an den Gouverneur seines Heimatstaates Massachusetts, Deval Patrick, rief der Bruder des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy zur Änderung eines staatlichen Gesetzes auf, dass die Nachfolge im Fall seines Ausscheidens aus dem Senat regeln würde. Die Abstimmungen im Washingtoner Kongress über eine umfassende Gesundheitsreform, ein zentrales Anliegen Kennedys in seiner fast 47-jährigen Senatskarriere, werden vermutlich im Herbst anlaufen.

Über den Brief berichtete am Donnerstag der "Boston Globe". Nach dem Gesetz in Massachusetts würde über die Nachfolge eines ausgeschiedenen Senators in Washington binnen fünf Monaten in einer Sonderwahl entschieden. Es ist nicht vorgesehen, dass der jeweilige Gouverneur für die Zwischenzeit einen Ersatz bestimmt, damit der Sitz nicht vakant bleibt. Das Gesetz war auf Betreiben der Demokraten 2004 geändert worden, um dem damaligen republikanischen Gouverneur Mitt Romney die Möglichkeit zu nehmen, im Fall eines Präsidentschafts-Wahlsieges des seinerzeitigen demokratischen Spitzenkandidaten John Kerry dessen Senatssitz mit einem Konservativen zu besetzen.

Die Demokraten verfügen im 100-köpfigen Senat zwar über 60 Sitze, aber mehrere moderate Vertreter der Partei in der Kammer haben Bedenken gegen den Reformplan von Barack Obama. Der US-Präsident will wie Kennedy, dass alle Amerikaner künftig eine Krankenversicherung haben. Um das zu erreichen, plant er unter anderem die Einrichtung einer staatlichen Versicherung als Alternative zu privaten Anbietern.

Kennedy, bei dem im Mai 2008 ein unheilbarer Gehirntumor festgestellt wurde, unterstützte in seinem Brief eine Sonderwahl, betonte aber zugleich, dass der Platz in der Zwischenzeit nicht vakant bleiben dürfe. Dem "Boston Globe" zufolge betonten Familienkreise, dass das Schreiben keine Änderung von Kennedys Gesundheitszustand bedeute. Er war in der vergangenen Woche der Beerdigung seiner Schwester Eunice Shriver ferngeblieben - das hatte Sorge über eine Verschlechterung seines Zustandes ausgelöst.

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