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Ärzte Zeitung online, 14.09.2009

Aigner warnt vor Gift in Kinderspielzeug

BERLIN/BRÜSSEL (dpa). Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat vor Gesundheitsgefahren durch Chemie in Kinderspielzeug gewarnt und die Europäische Union (EU) zu einer Verschärfung der Grenzwerte aufgefordert. Die neue EU-Spielzeugrichtlinie müsse nachgebessert werden, "wenn wir die Gesundheit der Kinder nicht gefährden wollen", verlangte sie im "Münchner Merkur" (Montagsausgabe).

Aigner verwies auf Untersuchungen, bei denen vor allem in Import-Spielwaren erhöhte Werte für Schwermetalle gemessen wurden. Auch seien immer wieder allergene Stoffe sowie Chemikalien, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung gefährden können, festgestellt worden. Rund 65 Prozent aller in der EU verkauften Spielwaren stammen aus China.

In einem Schreiben an die schwedische Ratspräsidentschaft forderte Aigner, die Sicherheit von Spielzeug auf die Tagesordnung des nächsten EU-Verbraucherrats zu setzen. Eine Reform der EU-Richtlinie müsse sicherstellen, dass für Stoffe, die als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsschädigend gelten, bei Spielzeug für Kinder unter drei Jahren besonders strenge Anforderungen gelten. Da diese Kinder erfahrungsgemäß Spielzeuge auch in den Mund nehmen, sollten hier die strengen Regelungen für die Lebensmittelproduktion gelten, forderte Aigner.

Aigner hatte bereits im Dezember 2008 kritisiert, die damals verabschiedete Spielzeug-Richtlinie gehe nicht weit genug. Heute sieht sich die Ministerin in ihrer Kritik bestätigt: Die Hoffnung, dass insbesondere die chemische Sicherheit von Spielzeug verbessert werde, habe sich "in weiten Teilen" nicht erfüllt. "Die Grenzwerte für höchst bedenkliche Schwermetalle wie Blei und Cadmium werden nicht abgesenkt, sondern heraufgesetzt und entsprechen nicht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen."

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