Ärzte Zeitung online, 24.09.2009

Japans Kaiserin schätzt Behindertenhilfe Bethels

TOKIO (dpa). Die japanische Kaiserin Michiko (64) hat durch die Behindertenhilfe der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld ein anderes Verhältnis zu Behinderten bekommen. Das ließ die Monarchin am Donnerstag anlässlich eines Besuches einer Fotoausstellung über die Arbeit in Bethel in der Deutschen Botschaft in Tokio dem Leiter der Anstalten, Pastor Ulrich Pohl, wissen.

Die Monarchin habe ihm beim Rundgang durch die Fotoausstellung erzählt, dass es ihr seit ihrem Besuch in Bethel 1993 zusammen mit ihrem Gemahl, Kaiser Akihito, ein "besonderes Anliegen ist, behinderte Menschen in die Öffentlichkeit zu bringen, ihre Behinderung nicht zu verstecken, sondern deutlich zu machen, dass jeder Mensch seine eigene Würde hat", sagte Pohl nach dem Rundgang in der Botschaft.

Die Monarchin freue sich darüber, dass der Kontakt seit 1993 "sehr intensiv" sei. Der Pastor zeigte sich gerührt davon, dass die Monarchin in ihrer Handtasche ein Bündel Kaminzündhölzer mitgebracht habe, das von Schwerstbehinderten hergestellt worden war und das ihr eine aus Japan stammende Mitarbeiterin Bethels damals in Deutschland geschenkt habe. Mit dieser Frau stehe die Kaiserin bis heute in ständigem Briefkontakt und nehme dadurch Anteil, "wie Bethel sich weiterentwickelt". Als Geschenk überreichte Pohl ihr ein Bild aus dem Künstlerhaus Bethels.

Die 1867 gegründeten Anstalten in Bethel sind das größte diakonische Unternehmen in Europa. Sie betreuten 2007 mit 15 000 Mitarbeitern mehr als 100 000 Menschen - in der Behindertenhilfe, Altenhilfe, Jugendhilfe, Psychiatrie und der Hospizarbeit, außerdem Menschen mit Epilepsie.

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