Ärzte Zeitung online, 01.10.2009

Israel stimmt Aufbau von Krankenhaus in Gaza zu

TEL AVIV (dpa). Israel hat auf Bitten des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dem Wiederaufbau eines Krankenhauses im Gazastreifen zugestimmt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe dies in einem Telefongespräch mit Sarkozy als humanitäre Geste und Zeichen der großen Freundschaft bezeichnet, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Mittwoch.

Das Al-Kuds-Krankenhaus in Gaza war während der Kämpfe von israelischen Panzereinheiten mit militanten Palästinensern Anfang Januar schwer beschädigt worden. Nach einem direkten Treffer durch eine Panzergranate brach Feuer im zweiten Stock aus. Die Krankenhausapotheke wurde teilweise zerstört.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) protestierte damals dagegen, dass das Leben von rund 100 Patienten durch den Beschuss in Gefahr gebracht wurde. Das Krankenhaus wird von der Rote-Halbmond-Gesellschaft verwaltet. Während der Südflügel des Krankenhauskomplexes noch zerstört ist, kann im Untergeschoss des Gebäudes wieder operiert werden.

Der Wiederaufbau des Krankenhauses wird den Angaben zufolge gemeinsam von Frankreich und vom Golfemirat Katar finanziert. Sarkozy hatte Netanjahu bereits während eines gemeinsamen Gesprächs Ende Juni um Zustimmung gebeten.

Israel lässt auch neun Monate nach Inkrafttreten einer inoffiziellen Waffenruhe keine Baumaterialien in den Gazastreifen passieren. Israel befürchtet, dass die dort herrschende Hamas-Organisation die Baustoffe für die Reparatur ihrer zerstörten Sicherheitsanlagen abzweigen könnte. Zum anderen will Israel mit dem Boykott die Freilassung des im Juni 2006 in den Gazastreifen entführten Soldaten Gilad Schalit erzwingen.

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