Ärzte Zeitung online, 17.11.2009

US-Amerikaner gespalten über Gesundheitsreform

WASHINGTON (dpa). Die amerikanische Gesellschaft ist tief gespalten über die von US-Präsident Barack Obama vorangetriebene Gesundheitsreform. In einer Umfrage der "Washington Post" und des TV- Senders ABC News sprachen sich 48 Prozent für die Reform aus, 49 Prozent dagegen, berichtete die Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe.

Die Gesundheitsreform gilt als eines der wichtigsten innenpolitischen Vorhaben der Regierung von Obama. Die umstrittenen Pläne waren in der vergangenen Woche vom Repräsentantenhaus mit knapper Mehrheit verabschiedet worden und hatten damit die erste parlamentarische Hürde genommen.

Ein zweiter Entwurf muss nun noch den Senat passieren. Später müssen die Inhalte beider Kammern miteinander verwoben werden. Im Senat, wo die Mehrheit von Obamas Demokraten gegenüber den oppositionellen Republikanern noch nicht sicher ist, wird hinter den Kulissen an einem mehrheitsfähigen Entwurf gearbeitet.

Die Gesundheitsreform, die nach Schätzungen rund 800 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren kosten würde, soll Verbesserungen vor allem für die zwischen 30 und 47 Millionen bisher nicht ständig krankenversicherten US-Amerikaner bringen.

Auch in der besonders umstrittenen Frage, ob eine neue öffentliche Krankenversicherung in bestimmten Fällen auch für Abtreibungen aufkommen soll, zeigten sich die Amerikaner in der Umfrage gespalten. 61 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Bezahlung von Abtreibungen von einer öffentlich finanzierten Versicherung ausgenommen sein soll. 56 Prozent sind andererseits aber auch der Auffassung, dass Abtreibungen von privat finanzierten Versicherungen durchaus abgedeckt werden können.

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