Ärzte Zeitung online, 23.11.2009

Weltweit größte Impfkampagne gegen Gelbfieber

NAIROBI/MONROVIA (dpa/nös). Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Montag ihre bisher größte Impfkampagne gegen Gelbfieber gestartet. Zusammen mit weiteren Organisationen sollen bis Ende der Woche rund 11,9 Millionen Menschen geimpft werden.

Die Aktion erstreckt sich über die westafrikanischen Länder Benin, Liberia und Sierra Leone. Die drei Ländern sind nach Angaben der WHO Hochrisikogebiet für Gelbfieber. Neben der WHO beteiligen sich an der Impfkampagne unter anderem das Kinderhilfswerk UNICEF, das Rote Kreuz und der Rote Halbmond, sowie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

"Eine hohe Impfrate kann Epidemien verhindern", begründete WHO- Koordinator William Perrea. Bis zum Jahr 2015 will die Organisation die Impfkampagne in allen Hochrisikoländern in Afrika durchführen. Seit 2007 sind bereits 29 Millionen Menschen in sechs Staaten im Rahmen ähnlicher Kampagnen geimpft worden. Die WHO schätzt, dass allein auf dem afrikanischen Kontinent rund 160 Millionen Menschen in Gebieten mit einem hohen Gelbfieberrisiko leben.

Das hämorrhagische Gelbfieber ist eine Virusinfektion. Die Viren aus der Gattung der Flaviviren werden durch tropische Moskitos der Gattung Aedes übertragen. Nach WHO-Angaben erkranken jedes Jahr etwa 200 000 Menschen, 30 000 von ihnen sterben an den Folgen der Erkrankung. Ein kausale Therapie gegen das Virus gibt es bislang nicht, es lassen sich nur die Symptome behandeln. In Afrika ist der WHO zufolge rund eine halbe Milliarde Menschen von der Krankheit bedroht.

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