Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Deutsch-niederländisches Netzwerk für bessere Patientensicherheit gegründet

KÖLN (iss). Deutschland und die Niederlande wollen mit einem neuen Netzwerk die Patientensicherheit und den Infektionsschutz verbessern. Hauptzielrichtung sind Präventionsmaßnahmen gegen Infektionsgefahren, etwa durch Krankenhauskeime mit Antibiotikaresistenzen (MRSA), Durchfallerkrankungen oder der Neuen Grippe. Dazu zählen einheitliche Qualitätsstandards zur Bekämpfung von MRSA, die Fortbildung des Personals und der Aufbau eines grenzüberschreitenden Frühwarnsystems für besonders gefährliche Keime.

zur Großdarstellung klicken

Mehr Patientensicherheit ist das Ziel des neuen deusch-niederländischen Netzwerkes.

Foto: © Mykola Velychko / fotolia.de

Das Projekt "EurSafety Health-net" wird in den kommenden Jahren mit 8,1 Millionen Euro gefördert. Davon kommen 1,6 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Weitere Förderer sind die EU, das Land Niedersachsen sowie die niederländischen Provinzen Overijssel, Gelderland und Limburg. "EurSafety Health-net" folgt auf das Euregio MRSA-net, das sich dem Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzes zur Senkung der MRSA-Raten gewidmet hatte.

Es könne nicht sein, dass Patienten kränker aus einem Krankenhaus kommen, als sie hineingegangen sind, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei der Auftaktveranstaltung des neuen Netzwerks. "Deshalb ist es mir außerordentlich wichtig, dass wir von unserem Nachbarn lernen und insbesondere in Sachen MRSA auf beiden Seiten der Grenze zu einheitlichen Standards kommen", sagte Laumann.

Die Tatsache, dass MRSA-Infektionen in Deutschland deutlich häufiger seien als im Nachbarland, habe ganz praktische Folgen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. "Trotz langer Wartelisten in ihrer Heimat scheuen niederländische Patienten oft aus Angst vor einer MRSA-Infektion eine Facharzt- oder Krankenhausbehandlung auf deutscher Seite", sagte der Minister. "Niederländische Kliniken wollen keine deutschen Ärzte oder Krankenschwestern beschäftigen, weil sie Sorge haben, dass MRSA eingeschleppt werden."

Über "EurSafety Health-net" soll entlang der deutsch-niederländischen Grenze ein Qualitätsverbund aus Kliniken, Arztpraxen, Gesundheitsämtern, Krankenkassen und anderen Beteiligten im Gesundheitswesen entstehen. Projektleiter sind das Institut für Hygiene der Universität Münster und die Universität Twente.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »