Ärzte Zeitung online, 15.01.2010

Britische Regierung entschuldigt sich bei Contergan-Opfern

LONDON (dpa). Die britische Regierung hat sich bei Contergan-Opfern entschuldigt. Die Regierung wolle den Betroffenen des Medikamentenskandals ihr "aufrichtiges Bedauern und Mitgefühl" aussprechen, sagte Gesundheits-Staatssekretär Mike O'Brien am Donnerstag im Parlament in London.

Gleichzeitig bestätigte er eine Entschädigung von 20 Millionen Pfund (rund 22,5 Millionen Euro) für die 466 noch lebenden Opfer. Diese war im Dezember angekündigt worden.

Der britische Pharmahersteller Distillers Biochemicals hatte den Opfern bereits in den 1970er Jahren eine Entschädigung von 28 Millionen Pfund gezahlt. Das in Deutschland entwickelte Medikament Contergan® war in Großbritannien unter dem Wirkstoffnamen Thalidomide von 1958 bis 1961 verkauft worden. Durch das Schlafmittel waren weltweit etwa 10 000 Babys zum Teil schwer fehlgebildet zur Welt gekommen. In Deutschland hatte der frühere Contergan-Hersteller Grünenthal nach einem Vergleich mit den Opfern 110 Millionen D-Mark in die Contergan-Stiftung eingezahlt, später leistete er freiwillig weitere 50 Millionen Euro.

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