Ärzte Zeitung online, 27.01.2010

Keine "Militarisierung" von Hilfsprojekten in Afghanistan

LONDON (dpa). Vor der Afghanistan-Konferenz in London haben Hilfsorganisationen vor der zunehmenden Kontrolle des Militärs über Entwicklungsprojekte gewarnt.

In Afghanistan würden die westlichen Truppen humanitäre Projekte wie den Bau von Schulen und Krankenhäusern immer mehr als "nicht-tödliche Waffe" ansehen, um den Kampf um die "Herzen der Bevölkerung" zu gewinnen. Das erklärten acht internationale Organisationen wie Oxfam, Action Aid, Afghanaid und Christian Aid am Mittwoch in London.

Doch die von den Streitkräften geführten oder finanzierten Entwicklungsprojekte wären oft von "politischen Interessen und kurzfristigen Sicherheitszielen" beeinflusst und daher "ineffektiv, verschwenderisch und möglicherweise schädlich für die Afghanen".

In dem Bericht heißt es, viele Menschen in Afghanistan würden sich beklagen, dass sie dadurch größeren Gefahren ausgesetzt seien. Denn Einrichtungen, die vom Militär aufgebaut wurden, würden die Taliban und andere Aufständische eher angreifen. Die internationale Gemeinschaft müsste sich eher für langfristige Projekte engagieren. Auch würde sich die Hilfe bisher auf Gebiete konzentrieren, wo viele Truppen stationiert sind, und nicht auf Gegenden, wo der Bedarf besonders hoch ist.

Am Donnerstag (28.01.2010) findet in London eine internationale Konferenz mit 70 Delegationen über die künftige Strategie in Afghanistan statt.

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