Ärzte Zeitung online, 15.04.2010

UN wollen Müttersterblichkeit drastisch drücken

NEW YORK (dpa). Ungeachtet jüngster Fortschritte sterben jedes Jahr noch immer fast 350 000 Frauen während einer Schwangerschaft oder der Geburt ihres Kindes. Eine neue UN-Initiative will diese Zahl weltweit, vor allem aber in Afrika, Indien, Afghanistan und Pakistan bis 2015 weiter abbauen. "Keine Frau sollte ihr Leben verlieren, weil sie Leben in die Welt setzt", forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwochabend in New York.

Auf seine Veranlassung wird eine Gruppe von 40 Experten aus dem Gesundheitswesen, der Wirtschaft und von Hilfsorganisationen Aktionsprogramme für die betroffenen Regionen entwickeln. Bei der Folgekonferenz zum Millenniumsgipfel im kommenden September sollen die Vorschläge der Fachleute dann in die Tat umgesetzt werden.

Nach einer erst diese Woche veröffentlichten Studie war die Müttersterblichkeit zwischen 1980 und 2008 erstmals seit Jahrzehnten von 526 300 auf 342 900 gefallen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher aus den USA und Australien bei Nachforschungen in 181 Ländern. Die Studie war von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung finanziert worden und erschien im britischen Fachmagazin "Lancet".

Danach waren in Indien im Jahr 1980 noch zwischen 408 und 1080 Frauen pro 100 000 Lebendgeburten gestorben. 28 Jahre später, im Jahr 2008, lag die entsprechende Zahl nur noch zwischen 154 und 395. In China sank die Müttersterblichkeit im gleichen Zeitraum von 144 bis 187 Fällen (1980) je 100 000 Lebendgeburten auf 35 bis 46 (2008). Die Länder in Afrika südlich der Sahara haben auch heute noch die höchste Sterberate unter werdenden Müttern.

Die Weltgemeinschaft hatte 2000 beim Millenniumsgipfel in New York beschlossen, Armut und Krankheit in den Entwicklungsländern um wenigstens die Hälfte zu reduzieren und allen Heranwachsenden in diesen Ländern eine Grundschulausbildung zu bieten. Nach UN-Angaben sieht Ban Ki Moon in der Bekämpfung der Müttersterblichkeit die Voraussetzung für die Erfüllung der anderen Millenniumsziele, erläuterte eine seiner Sprecherinnen.

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