Ärzte Zeitung online, 26.07.2010

Japanerinnen haben die höchste Lebenserwartung

TOKIO (dpa). Japanerinnen haben weltweit die höchste Lebenserwartung. Sie lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 86,44 Jahren und damit so hoch wie in keinem anderen Land der Welt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Erhebung des Gesundheitsministeriums in Tokio hervorgeht. Damit liegen die Japanerinnen seit 25 Jahren hintereinander an der Spitze.

Zwar haben auch japanische Männer im vergangenen Jahr in Sachen Lebenserwartung mit durchschnittlichen 79,59 Jahren für sich ebenfalls ein neues Rekordhoch erreicht. Weltweit betrachtet rutschten sie damit jedoch von Platz vier im Vorjahr auf Platz fünf.

Zu der steigenden Lebenserwartung der Japaner tragen diverse Faktoren bei. Da wären zum einen die bahnbrechenden Fortschritte der Altersmedizin wie auch bei der Behandlung der in Japan vorherrschenden Todesursachen: Krebs, Herzerkrankungen und Hirnschlag.

Hinzu kommt aber auch die Tatsache, dass die Japaner in einem der sichersten und zugleich reichsten Länder der Welt leben, sowie nicht zuletzt die traditionell fettarme Küche des Landes.

Für die jüngere Generation sieht die Realität allerdings oft anders aus. Viele sind nach amtlichen Erhebungen zu dick, weil sie vor allem Fertiggerichte und Fast-Food essen.

Noch aber ist die Sorge vor rapider Überalterung der Gesellschaft größer, denn die Alten werden nicht nur immer älter: zugleich sinkt die Geburtenrate. Inzwischen hat die Bevölkerung der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt real zu schrumpfen begonnen.

Wie in Japan steigt auch in Deutschland die Lebenserwartung. Neugeborene Mädchen werden im Durchschnitt über 82 Jahre alt, männliche Babys haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 77 Jahre vor sich.

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