Ärzte Zeitung online, 06.10.2010

Weniger Geld als erhofft für Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria

NEW YORK (dpa). Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria muss in den nächsten drei Jahren mit weniger Geld als erhofft auskommen. Am Ende der zweitägigen Geberkonferenz in New York am Dienstag gab es Zusagen in Höhe von 11,7 Milliarden Dollar (8,5 Milliarden Euro).

Das ist deutlich weniger als der auf mindestens 13 Milliarden Dollar angemeldete Finanzbedarf für die Jahre 2011, 2012 und 2013. Allerdings ist es etwa ein Fünftel mehr als in den drei Jahren zuvor: Bei der Geberkonferenz 2007 in Berlin waren für das globale Projekt 9,7 Milliarden Dollar versprochen worden.

"Diese Summe genügt, um Millionen Menschen die Chance auf Leben zu geben", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Fonds habe seit 2002 mehr als 5,7 Millionen Menschen vor dem Tode bewahrt. Ban bedankte sich ausdrücklich bei den größten Spendern, darunter Deutschland, dem drittgrößten Geber. Mehr als ein Drittel der Summe kommt aus den USA.

Global-Fund-Chef Michel Kazatchkine dankte den Gebern, zeigte sich aber nüchtern: "Wir müssen beachten, dass dieses Geld nicht ausreicht, um die Erwartungen zu decken. Aber auch wenn es weniger als erhofft ist, können wir mehr machen als zuvor." Alle Programme könnten weiterlaufen.

   "Wir müssen das Ergebnis als Erfolg bewerten, auch wenn wir mehr Geld erhofft hatten", sagte Christoph Benn, Chefdiplomat des Fonds. "Vor drei Jahren war die wirtschaftliche Situation viel besser, heute sorgen sich alle Länder um ihre Haushalte. Dass trotzdem im Schnitt 20 Prozent mehr kommen, ist ganz beachtlich und macht Mut."

   Deutschland hat seine Zuschüsse nicht erhöht, bleibt mit 600 Millionen Euro, also derzeit fast 830 Millionen Dollar, aber drittgrößter Geber nach den USA und Frankreich. "Da es ja angeblich Überlegungen gab, die deutschen Gelder drastisch zu kürzen, sind wir sehr dankbar für diesen Schritt. Andere Länder haben zwar zugelegt, aber die gleiche Summe wieder zu geben ist schon ein gutes Signal", sagte Benn.

Entwicklungsminister Dirk Niebel hatte zuvor angekündigt, für die nächsten drei Jahre bis zu 600 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Niebel knüpfte die Zusagen noch an die Zustimmung des Bundestags. "Die internationale Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit hat für Deutschland eine hohe Priorität", erklärte der Minister. Deutschland werde im nächsten Jahr 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen und 2012 und 2013 ebenso - sofern der Bundestag das billige. Bislang waren nur für 2011 Gelder eingeplant.

Der Globale Fonds sammelt alle drei Jahre von den Staaten Gelder für weltweite Projekte gegen Malaria, Tuberkulose und Aids. Nach Benns Worten werden die zugesagten Gelder auch tatsächlich gezahlt: "Wir müssen immer mal nachfragen und bei den Parlamenten werben, aber zum Beispiel die vor drei Jahren zugesagten 9,7 Milliarden Dollar sind auch tatsächlich gekommen." Die Hälfte ist für Aids-Programme, ein Drittel für Malaria, der Rest wird gegen Tuberkulose eingesetzt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »