Ärzte Zeitung online, 07.12.2010

Kanada: 18 Wochen Wartezeit für Op-Termin

VANCOUVER (dpa). Kranksein in Kanada heißt häufig, sich in Geduld üben zu müssen: Die Wartezeit auf einen Operationstermin ist nach einer Erhebung im Jahr 2010 auf durchschnittlich 18,2 Wochen gestiegen.

In der Provinz Neufundland und Labrador im Nordosten des Landes sind medizinisch erforderliche Operationen sogar nur nach einer Anmeldefrist von durchschnittlich 29,1 Wochen möglich, also knapp einem halben Jahr, berichtete die "Vancouver Sun" am Montag.

Genauso lange dauert es dem Bericht zufolge, bis eine ärztlich verordnete Therapie begonnen wird, ermittelte das Fraser-Institut in seinem Jahresbericht "Waiting Your Turn: Wait Times for Health Care in Canada" (Bis du dran bist: Wartezeiten der Gesundheitsversorgung in Kanada).

Kanada bietet seinen Bürgern und selbst vorübergehend dort Wohnhaften eine staatliche Krankenversicherung, das Gesundheitssystem gilt aber ähnlich dem britischen als stark überlastet.

Selbst in der Provinz Ontario mit der Landeshauptstadt Ottawa und Kanadas Wirtschaftsmetropole Toronto bleibt Patienten nicht anderes übrig, als im Schnitt 14 Wochen auf Hilfe zu warten. Das sind 1,5 Wochen mehr als 2009, berichtet das Institut.

In Vancouver und dem Rest der Provinz Bristish Columbia nahm die Wartezeit seit 2009 um knapp 2 auf 18,8 Wochen zu. "Die Tatsache, dass inzwischen mehr als 127 Tage bis zur medizinisch notwendigen Behandlung verstreichen, ist alarmierend", zitierte die "Vancouver Sun" den Vizedirektor des Instituts, Mark Rovere.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »