Ärzte Zeitung online, 21.12.2010

Behörde: 100 000 Drogentote in Russland

MOSKAU (dpa). In Russland hat die Zahl der Drogentoten mit 100 000 in diesem Jahr nach Behördenangaben katastrophale Ausmaße erreicht.

 Wer auf russischen Friedhöfen die vielen Gräber für junge Menschen sehe, begreife schnell die "apokalyptische Dimension dieser Tragödie im Land". Das sagte der Chef der nationalen Drogenkontrollbehörde, Viktor Iwanow, am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax. Vergleichszahlen zu den Vorjahren nannte er nicht.

Landesweit schätzte Iwanow die Zahl der Rauschgiftsüchtigen auf fünf Millionen. Vor allem Heroin aus Afghanistan werde von Abhängigen konsumiert. In Deutschland starben 2009 an den Folgen des Drogenkonsums nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten 1331 Menschen.

Der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kirill, nannte die Zahl der Drogentoten "entsetzlich". Die internationale Politik konzentriere sich viel stärker auf die Bekämpfung des Terrorismus, obwohl deutlich mehr Menschen am Konsum von Drogen sterben. Es sei an der Zeit, alle "Alarmglocken zu schlagen", sagte Kirill auf einer Sitzung des nationalen Komitees für den Kampf gegen Drogen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »