Ärzte Zeitung online, 02.02.2011

Rauchverbot: Spanier halten sich überwiegend dran

MADRID (dpa). Die Spanier halten sich überwiegend an das strenge Rauchverbot, das vor einem Monat in Kraft getreten ist.

"Die Neuregelung wird im Allgemeinen eingehalten, nur in einzelnen Ausnahmefällen wird dagegen verstoßen", teilte das Madrider Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

In Spanien gilt seit dem 2. Januar ein generelles Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Auch in Kneipen, Restaurants und Diskotheken ist der Tabakkonsum verboten.

Raucherzimmer sind nicht zugelassen. In der Umgebung von Krankenhäusern, Spielplätzen oder Schulen darf ebenfalls nicht geraucht werden.

Nach einer Bilanz des staatlichen Rundfunks und Fernsehens (RTVE) wurden bisher 20 Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Gesetz eingeleitet, aber bislang noch kein Bußgeld verhängt.

Dies wurde darauf zurückgeführt, dass die Verwaltungsprozedur länger als einen Monat dauert. Bei Missachtung des Gesetzes drohen Geldbußen zwischen 30 und 600.000 Euro.

Die spanischen Gastwirte sind weiterhin gegen das Rauchverbot. "Wir halten uns an das Gesetz, aber wir gehen damit in den Ruin", betonte der Hotel- und Gaststättenverband.

Die meisten Lokale hätten infolge der Neuregelung bei ihren Umsätzen Einbußen von bis zu zehn Prozent erlitten. Einzelne Gastwirte bezeichneten das Rauchverbot aufgrund seiner Strenge als ein "Taliban-Gesetz" und riefen zum Boykott auf.

Demgegenüber betonte der Anti-Tabak-Verband CNPT, es sei zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Rauchverbots abzuschätzen. Die Verluste von Gastwirten seien nicht auf das neue Gesetz zurückzuführen, sondern auf die Wirtschaftskrise.

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