Ärzte Zeitung online, 23.02.2011

IvF in Österreich: EGMR prüft Verbot von Eizellenspenden

STRAßBURG (dpa). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die in Österreich geltenden Verbote von Samen- und Eizellenspenden für die In-vitro-Fertilisation (IvF) erneut geprüft.

Grundlage der Anhörung am Mittwoch in Straßburg war die Klage von zwei unfruchtbaren Ehepaaren, die ihren Kinderwunsch nur mit einer Ei- oder Samenspende erfüllen können.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Straßburger Richter festgestellt, dass dieses Verbot gegen das Grundrecht auf den Schutz der Familie verstößt. Die Regierung in Wien hatte dagegen Berufung eingelegt.

Die Vertreterin der Regierung in Wien, Brigitte Ohms, verwies auf gesundheitliche Risiken derartiger Verfahren und auf die Gefahr der Ausbeutung von Frauen aus sozialen Randschichten, die zur Spende von Eizellen gedrängt werden könnten.

"Die Regierung ist nicht grundsätzlich gegen künstliche Befruchtung, setzt ihr jedoch gewisse Grenzen", sagte sie.

Der Anwalt der Ehepaare nannte das Verbot ein Symbol von Vorurteilen in Verbindung mit wissenschaftlicher Ignoranz. Er verwies auf die liberale Praxis in mehreren Ländern Europas und auf die medizinischen Fortschritte.

Dadurch seien diese Eingriffe kurz, kaum invasiv und nur mit geringen Schmerzen verbunden. Ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet.

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