Ärzte Zeitung online, 21.10.2011

EU verschärft Kontrollen nach Dioxin-Skandal

BRÜSSEL (dpa). Die EU zieht Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal. Schärfere Regeln für Futtermittelhersteller sollen künftig vermeiden, dass verseuchte Produkte in die Lebensmittelkette gelangen.

Ein Experten-Gremium der 27 EU-Länder stimmte am Freitag einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission zu.

Durch bessere Kontrollen soll sichergestellt werden, dass Fetthersteller die Produktion und den Transport von Futterfetten und technischen Fetten strikt trennen.

So soll etwa vermieden werden, dass Fette, die in der chemischen Industrie verwendet werden, in die Lebensmittelkette gelangen.

Labore sollen Behörden informieren

Außerdem sind EU-weit einheitliche und verbindliche Untersuchungen auf Dioxine geplant. Alle Laboratorien werden darüber hinaus verpflichtet, bei überhöhten Dioxingehalten die zuständigen Behörden zu informieren.

Bis Mitte nächsten Jahres könnten die neuen Regeln umgesetzt werden, wenn das Europaparlament und der Ministerrat ihre Zustimmung geben.

"Wir hatten Taten versprochen", sagte der für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar John Dalli in Brüssel.

Zwar verursachten die Maßnahmen neue Kosten für die Industrie, sie entsprächen aber nur einem Bruchteil der Kosten eines einzigen Dioxinskandals, teilte die EU-Kommission mit.

In den vergangenen zehn Jahren hatte es in Europa vier solcher Skandale bei Lebensmitteln gegeben. Davon waren Irland, Belgien und zweimal Deutschland betroffen.

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