Ärzte Zeitung online, 09.11.2011

Haiti: Cholera-Opfer wollen von UN entschädigt werden

NEW YORK (dpa). Eine Entschädigung in Höhe von mehreren Millionen Dollar fordern Choleraopfer in Haiti von den Vereinten Nationen.

Sie werfen der Weltorganisation vor, dass die Krankheit durch UN-Soldaten eingeschleppt worden sei, wie das Justizministerium des Landes am Dienstag mitteilte. Die Forderung werde von mehr als 5000 Opfern der Krankheit erhoben.

Die Vereinten Nationen hätten eine sorgfältige Untersuchung ihrer Soldaten versäumt, verlautete aus dem Justizministerium, das die Kläger unterstützen will.

Tausende Tote durch die Cholera

Zudem hätten die Einheiten Abfälle und Fäkalien einfach in den Arbonite-Fluss gekippt, was zum Ausbruch der Krankheit geführt habe.

An der Cholera sind in Haiti seit Oktober mehr als 475.000 Menschen erkrankt, etwa 6600 starben. Jeden Tag kommen nach Angaben der Behörden etwa fünf Tote hinzu.

Die UN-Soldaten hatten nach dem verheerenden Erdbeben geholfen, bei dem im Januar vergangenen Jahres mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen waren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »