Ärzte Zeitung online, 15.11.2011

EU einigt sich auf Lebensmittelhilfe für Arme

BRÜSSEL (dpa). Bedürftige Menschen in der EU werden auch in den nächsten beiden Jahren je 500 Millionen Euro Lebensmittelhilfen aus dem EU-Haushalt erhalten.

Die Agrarminister der 27 EU-Staaten einigten sich bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel im Grundsatz auf die Programme für 2012 und 2013.

Auf Drängen Deutschlands wurde festgelegt, dass danach die Hilfe auslaufen soll. Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass die EU-Länder die kostenlose Verteilung von Lebensmitteln selbst aus ihren Sozialhaushalten - und nicht aus EU-Geldtöpfen - finanzieren sollten, sagte ein EU-Diplomat.

Der monatelange Streit um die Lebensmittelhilfen für Arme in Europa ist damit beigelegt. Deutschland hatte zusammen mit Großbritannien, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Tschechien die Vorschläge der EU-Kommission bislang blockiert.

Hilfen bereits seit 1987

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos begrüßte die Entscheidung: "Ich werde nun die notwendigen Änderungen am Programm ausarbeiten lassen, um sicherzustellen, dass wir die Hilfe in diesem Winter fortsetzen können."

Die Lebensmittelhilfen werden seit 1987 aus dem EU-Agrarhaushalt finanziert.

Dabei verteilen die Staaten über wohltätige Organisationen Nahrungsmittel an die Armen - etwa in Form von Nahrungskörben oder Tafeln.

Geberland Deutschland

Deutschland zahlt 20 Prozent der EU-Hilfen, nimmt derzeit aber nichts davon in Anspruch.

In der EU leben laut Brüsseler Schätzungen 43 Millionen Menschen am Existenzminimum - sie können sich jeden zweiten Tag keine richtige Mahlzeit leisten.

2009 wurden an rund 18 Millionen Menschen mehr als 440 Tonnen Essen verteilt, oftmals an Kinder mittelloser Familien oder an ältere Menschen, Obdachlose, Behinderte oder Asylbewerber.

[16.11.2011, 22:12:27]
Dr. Horst Grünwoldt 
Hunger in der Welt
Wenn alleine in der EU über 40 Millionen Menschen sich nicht jeden Tag satt essen können, dann kann es eigentlich keine agrarische Überproduktion in unseren fruchtbaren, gemäßigten Breiten der Erde geben.
Damit ist evident, daß es regelmäßig nicht nur der "Welt-Hunger-Hilfe" für die klimatisch und ertragsmäßig weniger begünstigten Länder in Afrika und anderswo bedarf, sondern sogar der Subventionierung der Lebensmittel in unseren vermeintlich "satten" Ländern.
Wer will da noch ein Argument gegen Intensiv-Landwirtschaft und sog. "Massentierhaltung" bei uns zu Felde führen, wenn weltweit ein Riesenbedarf nach Nahrungsgütern aller Art besteht, die in bestimmten Regionen nicht erzeugt erzeugt werden können?
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock












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