Ärzte Zeitung online, 09.12.2011

Geldnot in Spanien: Aus Haus- werden Fachärzte

Die Folgen der Wirtschaftskrise treiben in Spanien immer neue Stilblüten. Nachdem in Katalonien bereits der Rotstift bei den Kliniken angesetzt wurde, geht es nun den Fachärzten an den Kragen: sie sollen teilweise durch Hausärzte ersetzt werden.

Geldnot in Spanien: Aus Haus- werden Fachärzte

Barcelona: Sparen im Gesundheitswesen.

© berg_bcn / fotolia.com

BARCELONA (mame). Allgemeinmediziner sollen in katalanischen Gesundheitszentren, die in Spanien die Aufgabe von Hausarztpraxen übernehmen, künftig auch einige Facharztuntersuchungen ausführen. So sollen Kosten im staatlichen Gesundheitssystem weiter gesenkt werden.

Kataloniens Gesundheitsbeauftragter Boi Ruiz erklärte vor wenigen Tagen, die Allgemeinmediziner würden in einer ersten Phase verstärkt vor allem im Bereich der Augenheilkunde, Dermatologie sowie in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde tätig werden.

Damit könnten zudem die Wartelisten für Facharztbehandlungen bis 2015 um 15 Prozent gesenkt werden, machte Boi Ruiz die Sparmaßnahme schmackhaft.

Der Plan ist, die teuren Facharztbesuche in den kommenden vier Jahren um 30 Prozent zu senken. Wie andere spanische Regionen, muss auch Katalonien im Zuge der sich in Spanien dramatisch zuspitzenden Schuldenkrise sparen, wo es nur kann.

Einsparungen in Kliniken und Zentren

Die Regionalregierung des katalanischen Ministerpräsidenten Artur Mas von dem bürgerlich-nationalistische Parteienbündnis CiU setzt dabei den Rotstift stärker als jede andere Region vor allem im staatlichen Gesundheitssystem an.

Massenentlassungen in Krankenhäusern sind geplant, Sprechstundenzeiten sollen begrenzt und Operationssäle reduziert werden.

Sogar die Hälfte der gesamten Gesundheitszentren sollen in Katalonien im Laufe der kommenden Jahre geschlossen werden, um knapp eine Milliarde Euro, sprich zehn Prozent des Gesundheitsbudgets einzusparen.

In den vergangenen Monaten kam es wegen der geplanten und bereits in Angriff genommenen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen bereits zu mehreren Protesten von Patienten und Ärztestreiks.

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