Ärzte Zeitung, 19.12.2011

Spanien: Zahl der Abtreibungen kaum gestiegen

MADRID (mame). Obwohl Spanien im Juli vergangenen Jahres eins der liberalsten Abtreibungsgesetze der Welt eingeführt hat, ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche kaum gestiegen. So wurden innerhalb eines Jahres 113.000 Eingriffe vorgenommen, das entspricht einem Plus von 1,3 Prozent und liegt in der Tendenz der Vorjahre.

So haben sich die Befürchtungen, das liberalisierte Abtreibungsgesetz würde die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in die Höhe treiben, nicht bewahrheitet.

Die Reform der Abtreibungsgesetze war höchst umstritten. Die zuvor geltende restriktive Indikationsregelung wurde durch eine Fristenlösung ersetzt, welche die bis dahin verbotene Abtreibung erstmals als "Recht" definiert.

Jetzt sind in Spanien Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche ohne Angabe von Gründen erlaubt, bis zur 22. Woche bei Vergewaltigungen, Gesundheitsrisiken für die Mutter oder Missbildungen.

Besonders umstritten ist, dass auch minderjährige Mädchen ab 16 Jahren ohne Einwilligung ihrer Eltern abtreiben dürfen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »