Ärzte Zeitung, 16.01.2012

Nur noch abgezählte Tabletten für Tschechen?

PRAG (dpa). Medikamente im Wert von rund 160 Millionen Euro landen allein in Tschechien nach Schätzungen jährlich auf der Müllhalde. Gesundheitsminister Leos Heger sieht darin ein beachtliches Sparpotenzial.

Der konservative Politiker hat nun den Vorschlag zur Diskussion gestellt, Tabletten in Zukunft einzeln abgezählt an die Patienten abzugeben. Bei der Apothekervereinigung des EU-Staats stieß der Vorstoß am Montag auf klare Ablehnung.

"Mit einem solchen System würde die gesetzliche Krankenversicherung überhaupt kein Geld einsparen", sagte Marek Hampel von der Vereinigung der Apothekenbesitzer.

Zwar könnten Apotheken theoretisch Pillen aus 1000er-Packungen abzählen, doch um gefährliche Verwechslungen von Medikament und Dosierung zu verhindern, müssten kostspielige Kontrollverfahren eingehalten werden.

Hampel schob den Ärzten den Schwarzen Peter zu. Sie sollten doch weniger verschreiben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »