Ärzte Zeitung, 05.06.2012

Kommentar

Schmerzhaft, aber fair

Von Arndt Striegler

37 Jahre ist es her, dass Ärzte in Großbritannien gestreikt haben. Damals wie heute steckt das Land in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise. Damals wie heute sehen sich Politiker gezwungen, die Etats für Kliniken und Hausarztpraxen des staatlichen Gesundheitswesens zu kürzen.

Im Blickpunkt stehen dieses Mal die Rentenansprüche. Genauer gesagt die immer karger ausfallenden Rentenansprüche. Tatsache ist, dass jüngere britische Ärzte bis zu ihrem 68. Lebensjahr in der Praxis werden stehen müssen, um eine akzeptable Altersversorgung zu erreichen.

Gleichzeitig steigen die Rentenbeiträge - nicht nur für die mehr als 100.000 NHS-Ärzte, sondern auch für andere Berufe.

Unverständlich ist, warum sich die Mediziner im Vergleich zu anderen Staatsbediensteten benachteiligt fühlen. Hausärzte verdienen heute durchschnittlich umgerechnet mehr als 100.000 Euro jährlich.

Das ist mehr als viele andere Akademiker. Und wenn von Architekten, Anwälten, Verkäuferinnen und Handwerkern verlangt wird, den Gürtel enger zu schnallen, um gemeinsam durch die schwerste Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren zu kommen, dann sollten auch die Ärzte ihren Beitrag leisten. Das mag schmerzen, ist aber fair.

Lesen Sie dazu auch:
Wenig Verständnis für Ärztestreik in Großbritannien

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »