Ärzte Zeitung, 07.11.2012

US-Wahl

Der Präsident siegt - "Obamacare" lebt

Voll auf Kurs: Barack Obamas Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen ist auch ein Triumph für seine von Republikanern heftig bekämpfte Gesundheitsreform.

Der Präsident siegt - "Obamacare" lebt

Wiedergewählt: Barack Obama und seine Frau Michelle freuen sich mit Vizepräsident Joe Biden.

© dpa

WASHINGTON (eb/cp). Mit dem Sieg von Barack Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen kommt seine 2010 verabschiedete Gesundheitsreform voll zum Tragen.

Ihr zufolge tritt ab 2014 die in der Vergangenheit heftig umstrittene allgemeine Versicherungspflicht in Kraft.

Weitaus populärer ist eine andere Reformmaßnahme, die dafür sorgen wird, dass Menschen mit Vorerkrankungen Zugang zu Krankenversicherungen haben.

Bereits heute profitieren die Bürger von einer Reihe weiterer Reformregelungen. So sind zum Beispiel bestimmte Vorsorgeuntersuchungen wie Mammografien und Koloskopien für Versicherte kostenfrei.

Romneys Karriere scheint beendet

Der gescheiterte  Kandidat Mitt Romney hatte im Wahlkampf wiederholt versprochen, als Präsident schon am ersten Amtstag eine Verordnung zu erlassen, die es den Bundesstaaten ermöglicht hätte, "Obamacare" zu umgehen. Sein gesundheitspolitisches Konzept war allerdings wenig transparent.

Romneys politische Karriere scheint mit der Niederlage beendet.

"Als Kandidat war er ein Gestaltwandler, der seine Botschaften drehte und wendete und sich selbst immer wieder für den Moment passend neu ausrichtete", kritisierte ihn die "Detroit Free Press" - die Zeitung seiner Geburtsstadt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
"Obamacare" hat eine Zukunft

[08.11.2012, 22:57:00]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Den Vereinigten Staaten: Amerika, du hast es besser- Als unser Continent, das alte,-Hast keine verfallene Schlösser-Und keine Basalte" (J. W. von Goethe 1827) ?
Zunächst ein Aufatmen und Erleichterung mit Glückwünschen für den wiedergewählten US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama , seine Vizepräsident Joe Biden und die Demokratische Partei. Hätte sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney die Stimmenmehrheit erringen können, stünde er jetzt mit seinem Schatten-Vize Paul Ryan fest im Würgegriff der reaktionären Tea-Party-Bewegung.

Doch gibt es eine demokratisch-konstruktive Zusammenarbeit zwischen den verfeindeten Lagern? Eine nationale Aussöhnung in den USA zwischen Demokratischer und Republikanischer Partei? Gibt es so etwas wie einen reguliert-entfesselten Turbokapitalismus mit menschlich-sozialem Antlitz?

Neben der "Obamacare"-Gesundheitsreform, gegen die in den USA mit fundamentalistischem Eifer gekämpft wird, haben die Vereinigten Staaten von Amerika m. E. einen ganzen Berg struktureller Probleme angehäuft, die ihre Vorrangstellung in der Welt in Frage stellen und einen kulturellen Abstieg einleiten können.

1. Zunehmende Widersprüche zwischen Arm und Reich
2. Ethnische und religiös-weltanschauliche Konflikte
3. Umweltschutz zwischen Verleugnung und Anpassung
4. Infrastrukturprobleme bei Verkehr, Energie, Entsorgung, Recycling
5. Mangelnde Daseinsvorsorge und Katastrophenschutz
6. Fehlende Konfliktlösungsstrategien bei privatem Schusswaffengebrauch
7. Hohe Morbidität, Mortalität und Säuglingssterblichkeit bei ethnischen Minderheiten
8. Exponentiell zunehmende metabolische Adipositas-, Diabetes- und KHK-Probleme
9. Zunehmende Segregation zwischen Besitzenden und Habenichtsen
10. Nachlassende Produktivität bei gigantischem Außenhandelsdefizit
11. Mangelnde kulturelle Reflexion bei internationalem Konfliktmanagement
12. Zunehmende Widersprüche bei Terrorabwehr und Kampf gegen Islamismus
13. Problematische Rüstungs-, Nuklear- und Raumfahrtspirale
14. Spitzenforschung vs. Vermittlung elementarer Kulturtechniken

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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