Ärzte Zeitung, 20.12.2012

Transplantation

Britin stirbt an Krebs durch Spenderlunge

LONDON. Eine 27-jährige Britin hat eine Spenderlunge von einem Raucher erhalten - und ist 16 Monate nach der Transplantation an Lungenkrebs gestorben. Die Frau aus Essex war im August verstorben, der Fall wurde aber erst jetzt publik.

"Sie starb einen Tod, der für jemand anderen gedacht war", sagte der Vater der BBC. Er wollte so öffentlich darauf aufmerksam machen. Er gehe davon aus, dass seine Tochter der Transplantation nicht zugestimmt hätte, wenn sie gewusst hätte, dass der Spender ein Raucher war, heißt es im BBC-Bericht.

Die Frau litt unter Mukoviszidose und war vor der Transplantation stetig auf künstliche Sauerstoffzufuhr angewiesen.

Ärzte wussten, dass Lunge von Raucher stammt

Die Klinikgesellschaft, der "Royal Brompton & Harefield NHS Foundation Trust", entschuldigte sich, die Patientin nicht mehr über das Organ informiert zu haben: "Sie hätte die Chance bekommen müssen, selbst zu entscheiden."

Die Ärzte hätten zwar gewusst, dass es sich bei dem Organ um die Lunge eines Rauchers handelt, von dem Tumor sei aber nichts bekannt gewesen.Grundsätzlich würden aber wenige Patienten Lungen von Rauchern zur Transplantation in den eigenen Körper ablehnen.

Das Risiko, auf eine gesunde Lunge zu warten, sei noch größer als an der eingepflanzten Lunge zu erkranken. "Es würden 40 Prozent weniger Lungen zur Transplantation zur Verfügung stehen, wenn diejenigen, die von einem Raucher kommen, abgelehnt würden."

Die für Organspenden zuständige Abteilung NHS Blood and Transplant teilte mit: "In Großbritannien und überall auf der Welt müssen Organe mit größeren Risiken verwendet werden, weil es die einzige Möglichkeit ist, das Leben von denen zu retten, die sie dringend benötigen." (dpa)

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