Ärzte Zeitung, 07.06.2013

Syrien

Ärzte ohne Grenzen schlagen Alarm

BERLIN. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat mehr internationale Unterstützung für die Zivilbevölkerung in Syrien gefordert.

"Die Not der Menschen ist unvorstellbar groß, und die derzeit geleistete Hilfe in Syrien selbst und in den Nachbarländern ist bei weitem nicht ausreichend", sagte der Vorstandsvorsitzende der deutschen Sektion, Tankred Stöbe, am Donnerstag in Berlin.

Er sprach von einer "humanitären Katastrophe" in dem Bürgerkriegsland, zu deren Bekämpfung dringend mehr Geld benötigt werde. Die Organisation rechnet damit, in diesem Jahr mindestens 31 Millionen Euro für die Syrienhilfe auszugeben.

2012 betrug die Unterstützung noch rund 10 Millionen Euro.Stöbe rief die Bundesregierung auf, deutlich mehr Druck innerhalb der EU und der UN auszuüben. Es sei nicht einzusehen, warum die Menschen in den gut zugänglichen Flüchtlingslagern nicht ausreichend mit Kleidung und Medikamenten versorgt würden, kritisierte er.

Der Mediziner beklagte, dass zunehmend Krankenhäuser in dem Konflikt unter Beschuss gerieten. "In dieser Dramatik und Konsequenz hat das eine neue Dimension erreicht. Es wird immer schwieriger, als neutraler Akteur zu agieren", berichtete er von Erfahrungen vor Ort.

Am Mittwoch war die von Russland und den USA für Juni angepeilte Friedenskonferenz verschoben worden. Im Gespräch ist nun der Juli. Die Organisation stellt eine verhaltene Spendenbereitschaft der Bevölkerung für Syrien fest.

Die Menschen seien aufgrund der undurchsichtigen politischen Lage verunsichert. Laut Jahresbericht gab die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen 2012 insgesamt 57,3 Millionen Euro für Hilfsprojekte weltweit aus. Eingenommen wurden im vergangenen Jahr 71 Millionen Euro. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »