Ärzte Zeitung online, 16.01.2014

Falscher Kammerbeitrag

Betrüger zocken Pariser Ärzte ab

Hunderte Ärzte in Frankreichs Hauptstadt glaubten, die jährlichen 300 Euro für ihren Kammerbeitrag zu bezahlen - bis eine Augenärztin stutzig wurde.

Von Denis Durand de Bousingen

PARIS. Hunderte Ärzte in Paris sind Opfer von Betrügern geworden. Wie jedes Jahr bekommen derzeit alle Ärzte ihre Rechnung für den Kammerbeitrag mit der Post.

Diesmal waren aber findige Trickser schneller als die Kammerfunktionäre: Sie haben falsche Rechnungen an rund 4000 Pariser Ärzte geschickt und einige Hundert von ihnen haben trotz geänderter Adresse und Kontonummer bezahlt, berichteten französische Medien. Die Ärztekammer besteht nun trotzdem darauf, ihren Beitrag zu bekommen.

Entdeckt wurde der Trick durch eine Augenärztin. Sie fand einen Schreibfehler in ihrer Rechnung und war erstaunt über die verkürzte Zahlungsfrist - statt wie bisher zum 31. März sollte bis 31. Januar bezahlt werden.

Daraufhin rief sie die Kammer an und erfuhr, dass die echten Rechnungen noch gar nicht geschickt worden seien.

Eine Festnahme

Die meisten Ärzte hatten aber diese geänderten Details nicht bemerkt. So konnten die Diebe täglich Briefe in dem von ihnen dafür gemieteten Postfach abholen. Dabei wurde kürzlich eine junge Frau festgenommen, ihre Komplizen konnten aber fliehen.

Ob Ärzte, die 300 Euro an die "falsche Kammer" bezahlt haben, ihr Geld zurück erhalten werden, ist derzeit unsicher. Unabhängig davon ist der reguläre Kammerbeitrag fällig, der 2014 um fünf Euro erhöht worden ist.

Doch Ärzte sind nicht die einzigen, die derzeit mit Störenfrieden zu kämpfen haben. Anfang Januar sind die Webseiten des französischen Gesundheitsministeriums und regionaler Gesundheitsbehörden gehackt worden.

 Stundenlang waren dort Gesichter von Kriegern aus der Zeit des Algerienkriegs zu sehen, bis die Seiten wieder hergestellt werden konnten.

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