Ärzte Zeitung online, 15.04.2014

Südkorea

Krankenversicherer klagt gegen Tabakhersteller

Drei große Zigarettenhersteller sollen nach Ansicht der staatlichen südkoreanischen Krankenversicherung für Behandlungskosten von Erkrankungen aufkommen, die auf das Rauchen zurückgeführt werden.

SEOUL. Südkoreas staatliche Krankenversicherung hat drei große Zigarettenhersteller aus dem In- und Ausland auf fast 40 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Die lokalen Niederlassungen von Philip Morris und British American Tobacco sowie das führende einheimische Tabakunternehmen KT&G sollen für Behandlungskosten von Erkrankungen aufkommen, die auf das Rauchen zurückgeführt werden.

Sie wolle anhand von Forschungsdaten vor Gericht beweisen, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und bestimmten Krankheiten gebe, teilte die Versicherung National Health Insurance Service (NHIS) am Montag mit. Das Bezirksgericht in Seoul soll sich damit befassen.

Es geht um Zahlungen an Patienten, bei denen zwischen 2003 und 2012 verschiedene Formen von Lungenkrebs diagnostiziert wurden. Der Zigarettenkonsum der Betroffenen habe 20 Jahre lang bei mindestens einer Schachtel pro Tag gelegen, hieß es. Die vorläufige Klagesumme von 53,7 Milliarden Won (37,3 Millionen Euro) könne sich erhöhen.

Nach Berichten südkoreanischer Medien gab es im Land bislang vier Tabakklagen von Lungenkrebspatienten und deren Familien, die aber erfolglos blieben. Erst in der vergangenen Woche hatte das Oberste Gericht eine Schadenersatzklage gegen KT&G in letzter Instanz abgewiesen. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »