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Ärzte Zeitung, 12.05.2014

Britische Kliniken

Personalmangel mit renalen Folgen

Bei Patienten in Großbritannien wird ein akutes Nierenversagen oft nicht rechtzeitig erkannt. Eine Studie zeigt, das liegt vor allem an zu wenig Klinikpersonal.

Personalmangel mit renalen Folgen

Eine Niere hat versagt: Im britischen NHS wird das zum Problem.

© Springer Verlag

LONDON. In britischen Krankenhäusern sterben monatlich mehr als 1000 Patienten an akutem Nierenversagen, weil es Pflegepersonal und Ärzte oftmals versäumen, den Patienten genügend Flüssigkeit zu geben.

Wie aus einer aktuellen Studie aus England weiter hervorgeht, sind viele dieser Todesfälle vermeidbar (NDT 2014; online 21. April). Das Thema schlägt hohe gesundheitspolitische Wellen.

Bei der Untersuchung der Organisation "Insight Health Economics" (IHE) handelt es sich um eine der umfangreichsten Studien dieser Art, die in jüngster Zeit in Großbritannien vorgenommen wurden.

Analysiert wurde, wie häufig Patienten des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) an akutem Nierenversagen sterben. "Die Todesfälle als Folge von akuter renaler Schädigung sind fünfmal häufiger als bisher angenommen wurde, und sie kosten den NHS jährlich rund eine Milliarde Pfund (rund 1,28 Milliarden Euro)", stellen die Experten fest.

Hauptursache für viele dieser "vermeidbaren Todesfälle" sei "mangelnde Pflege" sowie "zu wenig Flüssigkeit". Patienten würden oft nach ihrer Operation nicht ausreichend betreut, weil es auf den Stationen an Pflegepersonal fehle. Folge: Patienten schwebten "in konstanter Gefahr dehydriert" zu sein.

Die Gutachter schätzen, dass in Großbritannien pro Jahr bis zu 40.000 NHS-Patienten sterben, weil Krankenpfleger oder Ärzte die rechtzeitige Diagnose von akutem Nierenversagen versäumten.

Damit liegt die Zahl der Todesfälle als Folge von Nierenversagen deutlich über der Zahl von Todesfällen als Folge multiresistenter Krankheitserreger wie MRSA.

Britische Ärzte- und Pflegeverbände sehen einen kausalen Zusammenhang mit Einsparungen im Gesundheitswesen, Personalmangel auf den Stationen und steigender Mortalität.

"Wenn die Pfleger fehlen, dann werden viele Patienten eben nicht mehr ausreichend versorgt", sagte ein Sprecher der britischen Krankenschwesterngewerkschaft (Royal College of Nursing, RCN) der "Ärzte Zeitung" in London. (ast)

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