Ärzte Zeitung online, 11.03.2015

Nach Urteil

Ecstasy in Irland kurzzeitig legal

Ecstasy und andere psychoaktive Substanzen sind in Irland eigentlich verboten. Drei Richter haben ihren Konsum mit einem Urteil legal gemacht - aber wohl nur für eine kurze Zeit.

DUBLIN. Ecstasy, Ketamin, "Zauberpilze" und andere Drogen sind nach einem Urteil in Irland vorübergehend legal geworden.

Ein Gericht in Dublin erklärte am Dienstag Teile eines Gesetzes für ungültig, die den Besitz von zahlreichen Substanzen unter Strafe gestellt hatten.

Das Parlament kam noch am Abend zusammen, um die entstandene Gesetzeslücke zu schließen.

Die Gesetzesvorlage dafür sei schon vorbereitet gewesen, teilte das Gesundheitsministerium in Dublin mit. Ziel sei, das Verbot innerhalb von 24 Stunden wieder zu verankern.

Das Berufungsgericht hatte den Fall eines Mannes behandelt, der 2012 wegen Besitzes von 4-Methylethcathinon (4-MEC) verurteilt worden war.

Die psychoaktive Substanz war in Irland vor vier Jahren gemeinsam mit etwa 100 anderen verboten worden.

Diese Verordnung erklärten drei Richter nun für ungültig - und mit ihr das Verbot der anderen Drogen derselben Kategorie. Irlands Regierung erwägt, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

Heroin, Kokain oder Cannabis sind von der Gesetzeslücke nicht betroffen.

Auch der Verkauf und die Weitergabe der Drogen, die vorübergehend legal wurden, blieb verboten.

Die neue Gesetzgebung werde den Status quo wiederherstellen, sagte Gesundheitsminister Leo Varadkar.

Er appellierte an alle, die die kurzzeitige Entkriminalisierung ausnutzen wollten, an ihre Gesundheit zu denken. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »