Ärzte Zeitung, 05.05.2015

Internationaler Vergleich

In Norwegen sind Mütter am gesündesten

Ein Bericht der Kinderrechtsorganisation "Save the Children" hat in 179 Ländern untersucht, wie es um Müttergesundheit, Kindersterblichkeit und Co. bestellt ist - auch in Deutschland.

BERLIN. Norwegen liegt mit einer Quote von nur 1:15.000 im Vergleich von 179 Ländern weltweit auf Platz eins, was die Müttersterblichkeit anbelangt.

Das geht aus dem aktuellen Bericht "State of the World's Mothers" der Kinderrechtsorganisation Save the Children hervor, in dem die Lebenssituation von Müttern in 179 Ländern hinsichtlich Müttergesundheit, Kindersterblichkeit, Schulbildung, Einkommen und politischer Einflussnahme von Frauen verglichen wird.

Schlusslicht bleibt Somalia, wo bei jeder 18. Geburt die Mutter verstirbt. Deutschland belegt in dem Bericht wie im Vorjahr mit einer Rate von 1:11.000 Platz acht.

Ruf nach Fokussierung auf Gesundheit"

Wenn es die Welt ernst meint mit der Bekämpfung der Mütter- und Kindersterblichkeit, muss Gesundheit an erster Stelle stehen. Jede Frau und jedes Kind muss uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben - unabhängig vom Einkommen und Geburt", fordert Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.

"Investieren Regierungen in Mütter- und Kindergesundheit, können Leben gerettet werden - das belegt unser Report ganz deutlich", ergänzt sie. Das Delta zwischen Primus Norwegen und roter Laterne Somalia ist mit Blick auf weitere Kennzahlen in der Tat enorm.

In Somalia sterben zum Beispiel nach Angaben der Kinderrechtsorganisation 15 Prozent aller Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, während dies in Norwegen nur bei 0,3 Prozent der Fall sei. Fast jede somalische Mutter habe also bereits ein Kind unter fünf Jahren verloren.

Außerdem gingen Kinder in Somalia nur 2,2 Jahre zur Schule, während norwegische Kinder im Durchschnitt 17,5 Jahre die Schule besuchen.

Problemzone Slum

"Die Kluft zwischen den Ländern ist enorm. Dies gilt besonders für die Slums der Metropolen. Das Überleben von Millionen von Kindern in den Städten darf nicht länger ein Privileg der Reichen sein, sondern muss ausnahmslos für alle Mädchen und Jungen weltweit gelten. Jedes Kind, das geboren wird, hat das Recht zu leben", betont Wieland.

Besonders drastisch seien die Unterschiede im Hinblick auf die Müttersterblichkeit: In Zentral- und Westafrika stürben 1:30 Frauen während der Geburt oder Schwangerschaft, in Südasien 1:90. In Industriestaaten liege diese Quote 130-mal niedriger, nämlich bei 1:4000.

In den Entwicklungsländern gebe es auch Positivbeispiele: Ländern wie Eritrea, Äthiopien, Malawi oder Tansania sei es beispielsweise gelungen, die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren drastisch zu reduzieren.

Wie sehr sich die Überlebenschancen zwischen arm und reich verschärften, machten die Unterschiede in den großen Städten besonders deutlich, die erstmals im Fokus des Berichts standen.

Große Unterschiede gibt es auch bei der politischen Mitbestimmung von Frauen. In Katar, Tonga oder Vanuatu habe keine Frau einen Sitz im Parlament. Im Vergleich besteht das Parlament in Bolivien oder Ruanda aus 50 Prozent Frauen. In Deutschland sind es nur knapp 37 Prozent. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »