Ärzte Zeitung online, 30.09.2015

Großbritannien

Gebärmuttertransplantationen genehmigt

LONDON. Gebärmuttertransplantationen sind künftig auch in Großbritannien erlaubt. Eine Ethikkommission hat grünes Licht gegeben, wie das Londoner Imperial College am Mittwoch mitteilte.

In den kommenden Monaten solle nun zunächst zehn Frauen ein Spenderorgan eingesetzt werden.

Vor knapp einem Jahr war in Schweden das weltweit erste Baby nach einer Gebärmuttertransplantation zur Welt gekommen.

Helfen sollen solche Eingriffe unter anderem Frauen, die aufgrund bestimmter Erbgutdefekte keine funktionierende Gebärmutter haben.

Um für die Operation infrage zu kommen, dürfen die Patientinnen unter anderem nicht älter als 38 Jahre sein, müssen in einer stabilen Partnerschaft leben und normalgewichtig sein, hieß es am Mittwoch weiter.

In einer aufwendigen und teuren Prozedur erhalten die Frauen zunächst die Gebärmutter. Das Organ kann von hirntoten Organspenderinnen stammen, auch weibliche Familienmitglieder - wie bei dem Fall in Schweden - kommen prinzipiell infrage.

Erst etwa Jahr später werde ein Embryo eingesetzt, der zuvor aus einer Eizelle der Frau und dem Sperma ihres Partners geschaffen wurde, teilte die Universität mit.

Viele der bisherigen Eingriffe verliefen allerdings nicht erfolgreich, weil das fremde Organ abgestoßen wurde oder es zu Fehlgeburten kam. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »