Ärzte Zeitung online, 01.10.2015

Gesetz tritt in Kraft

England verbietet Rauchen im Auto mit Kindern

In England ist das Rauchen in Autos mit Jugendlichen unter 18 Jahren ab diesem Donnerstag verboten. Viele Krebsspezialisten und Ärzte würden solch ein Gesetz auch für Deutschland begrüßen.

LONDON. England hat ein neues Rauchverbot: Wer im Auto mit Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren an Bord raucht, muss mit 50 Pfund (68 Euro) Strafe rechnen.

Sowohl der Fahrer als auch der Raucher könnten bestraft werden.

Das neue Verbot, das auch für Wales gilt, tritt an diesem Donnerstag in Kraft. Allerdings werde die Polizei zunächst Milde walten lasen.

Man setze nicht auf Strafe, sondern auf Einsicht, sagte eine Gesundheitsbeamtin.

Für ein Verbot dieser Art setzt sich auch die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) ein. Kinder müssten vor schädlichem Zigarettenqualm geschützt werden, argumentierte Mortler.

Krebsspezialisten und Ärzte unterstützen sie dabei. (dpa)

[01.10.2015, 14:02:34]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ein guter Anfang?
Es ist eine absolute Unsitte, beim Fahren und Lenken eines Autos neben dem Mobiltelefon am Ohr, dem Kaffeebecher auf der Mittelkonsole und der Zigarette im Mund auch noch riskantes, andere Verkehrsteilnehmer potenziell schädigendes Fahrverhalten zu zeigen.

Meines Erachtens ist Leitlinien-gerechtes Autofahren mit oder ohne Navi in der Windschutzscheibe eine viel zu schwierige "Multi-Tasking-Aufgabe", um sich dabei auch noch mit Zigarette-Rauchen oder Butterbrot-Essen zusätzlich ablenken zu lassen. Von den extrem hohen Schadstoff- und Qualm-Konzentrationen im engen Fahrzeug-Innenraum und der sommerlichen Waldbrandgefahr durch rausgeworfene glühende "Kippen" ganz zu schweigen.

Wer am Steuer raucht, trinkt oder isst trägt eine Mitschuld bei dadurch verursachten Unfällen und sollte höhere Haftpflichtprämien zahlen müssen. Aber was will man von einem Land erwarten, in dem "Freie Fahrt für Freie Bürger" ohne Tempolimit und Mogeln bei den Abgaswerten die moralisch-ethische Maxime gesundheits- und sozialpolitischen Handelns ist?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

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