Ärzte Zeitung, 02.02.2016

Raucher in Filmen

WHO will Altersfreigabe erhöhen

GENF. Um Kinder und Jugendliche besser vor der Verlockung durch Zigaretten zu schützen, fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Heraufsetzung der Altersfreigabe für Filme mit rauchenden Schauspielern.

Untersuchungen in den USA hätten ergeben, dass solche Filme 37 Prozent der neuen jungen Raucher dazu bewegten, zur Zigarette zu greifen, erklärt die WHO in ihrem in der Nacht zum Montag vorgelegten "Smoke-free Movies Report". "Rauchen in Filmen kann wie starke Werbung für Tabakprodukte wirken", sagte der zuständige WHO-Direktor Douglas Bettcher.

Angesichts von Werbeverboten und Verkaufsauflagen seien Filme in Kino, Fernsehen und Internet eine der letzten Möglichkeiten, Millionen von Menschen Bildern von Rauchenden und von Tabakprodukten vorzusetzen.In 36 Prozent aller für Jugendliche freigegebenen Hollywood-Filme des Jahres 2014 sei geraucht worden, insgesamt sogar in 44 Prozent.

Im selben Jahr könnten allein in den USA nach Schätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC sechs Millionen junge Menschen durch Filme zum Rauchen verleitet worden sein. Rund zwei Millionen von ihnen könnten an tabakbedingten Krankheiten sterben. Neben höheren Altersfreigaben für "Raucher-Filme" solle den Studios laut WHO verboten werden, reale Zigarettenmarken zu zeigen.

Vor Filmen mit Raucher-Szenen müsse "starke Anti-Rauch-Werbung" Pflicht werden. (dpa)

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