Ärzte Zeitung online, 29.10.2013

USA

Jobmotor Gesundheit

Zumindest in den USA sorgt Healthcare für mehr Beschäftigung, so eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Deloitte.

Von Matthias Wallenfels

MÜNCHEN. Die Euro-Zone arbeitet sich langsam aus dem konjunkturellen Tal heraus. Gleiches gilt auch für die USA, Japan und China.

Das zeigt der aktuelle Global Economic Outlook der Unternehmensberatung Deloitte, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Wachstumsmotor kann, wie zum Beispiel in den USA, die Gesundheitswirtschaft sein, wie aus der Studie hervorgeht.

Wie die Unternehmensberater prognostizieren, seien die Aussichten für Brasilien gemischt, die für Indien gäben Anlass zu Skepsis.

Dabei kämpfe jede der weltweit bedeutenden Wirtschaftsregionen mit ihren spezifischen Problemen: Sei es in der Euro-Zone vor allem die Unsicherheit hinsichtlich der Krisenländer, so stehe in den USA die Arbeitslosigkeit im Zentrum.

China müsse seine Schattenbanken in den Griff bekommen, Japan die Staatsverschuldung. Indien benötige nach wie vor nicht nur massive Investitionen in die Infrastruktur, sondern auch ein Rezept gegen die stetig steigenden Lebensmittelpreise, Brasilien schwanke zwischen repressiver und stimulierender Geldpolitik.

Die weiteren Entwicklungen hingen zu einem erheblichen Teil vom Zeitpunkt ab, an dem die Fed ihre bis dato lockere Geldpolitik strafft.

Jobaufschwung selbst in der Finanzkrise

Obwohl die Wirtschaftsdaten der USA durchaus schlechter sein könnten, springe der Jobmotor nicht an. Die derzeitige Arbeitslosenquote liege bei 7,3 Prozent und damit deutlich über jener vor der Finanzkrise.

Zu den Sektoren, die sich in puncto Jobs erholen, gehöre vor allem das Gesundheitswesen. Die Deloitte-Experten apostrophieren, dass der Gesundheitssektor in den Vereinigten Staaten eine anomale Entwicklung im Vergleich zu anderen Branchen gemacht habe, lege man den Fokus auf die Beschäftigungssituation im Vergleich von heute und der Zeit der globalen Finanzkrise.

Die Healthcare-Branche sei die einzige in den USA gewesen, die in dieser Krisenzeit keinen Jobabbau erlebt habe. Mit 1,7 Millionen Beschäftigten verzeichne das Gesundheitswesen sogar eine Steigerung von 11,1 Prozent im Vergleich zu 2008.

Für die restlichen Länder sprechen die Deloitte-Experten das Gesundheitswesen und seine Rolle nicht explizit an.

Dennoch ist zu unterstellen, dass auch in China, Russland und Japan, wo große Anstrengungen zum Reformieren der einheimischen Gesundheitswesen unternommen wurden oder zumindest in Angriff genommen werden sollen, ähnliche Effekte auf die Beschäftigungssituation im Healthcare-Sektor und die entsprechenden, positiven ökonomischen Folgen zu antizipieren sind.

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