Ärzte Zeitung online, 31.10.2013

Baden-Württemberg

Im Gesundheitswesen brummt der Jobmotor

Nirgendwo in Deutschland ist der Anteil der Arbeitsplätze im Gesundheitswesen größer als in Baden-Württemberg. Seit 2008 sind dort fast 43.000 neue Jobs in der Branche entstanden, meldet das Statistische Landesamt.

STUTTGART. In Baden-Württemberg erweist sich das Gesundheitswesen einmal mehr als Jobmotor.

Zwischen 2008 und 2011 sind im Südwesten 42.600 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden, teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch mit. Das entspricht einem Plus von 6,6 Prozent.

Mit 693.700 Beschäftigten im Gesundheitswesen liegt dieser Anteil in Baden-Württemberg gemessen an der Bevölkerungszahl an der Spitze. Im Jahr 2011 kamen dort 64,3 Beschäftigungsverhältnisse mit Gesundheitsbezug auf 1000 Einwohner.

In Nordrhein-Westfalen war die absolute Zahl mit 1,09 Millionen Beschäftigten noch höher, der Anteil mit 61,9 Beschäftigten je 1000 Einwohner aber niedriger.

Nach Angaben der Statistiker verlief der Beschäftigungszuwachs im Zeitraum von 2008 bis 2011 im Gesundheitswesen wesentlich dynamischer als in anderen Branchen.

Auch bedingt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise wuchs die Zahl erwerbstätiger Personen branchenübergreifend nur um ein Prozent im Vergleich zu 6,6 Prozent im Gesundheitswesen.

Nachfrage nach Pflegekräften besonders stark

Ursächlich für den Beschäftigungsanstieg ist insbesondere die starke Nachfrage nach Pflegekräften gewesen, melden die Statistiker.

Vor allem bei ambulanten Pflegediensten sowie in stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen wuchs die Zahl der Beschäftigten um 13.600, ein Plus von 13,4 Prozent.

Insbesondere die ambulante Pflege verzeichnete mit einem Plus von 16,6 Prozent einen sehr starken Beschäftigungsaufbau.

In anderen Teilsegmenten des Gesundheitswesens verlief die Entwicklung weniger dynamisch, so etwa in der sogenannten gesundheitsbezogenen Vorleistungsindustrie.

In der pharmazeutischen, medizintechnischen und augenoptischen Industrie sowie in medizinischen und zahntechnischen Labors und dem gesundheitsbezogenen Großhandel legte die Beschäftigung nur um 1200 Stellen zu (1,6 Prozent).

Pflege bleibt Frauendomäne

Das Gesundheitswesen ist auch im untersuchten Zeitraum von 2008 bis 2011 eine Frauendomäne geblieben. Ende 2011 waren in insgesamt sechs untersuchten Bundesländern drei Viertel der Arbeitsplätze im Gesundheitswesen mit Frauen besetzt.

Der Anteil variierte zwischen 72,2 Prozent in Hessen und 76,3 Prozent in Thüringen und Sachsen. In Baden-Württemberg entsprachen die 512.100 Beschäftigungsverhältnisse, die auf Frauen entfielen, einem Anteil von 73,8 Prozent.

Noch stärker sind Frauen in der Pflege vertreten: In Einrichtungen der stationären und teilstationären Pflege arbeiteten zu 85,1 Prozent Frauen, in der ambulanten Pflege betrug der Anteil 89,6 Prozent. (fst)

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