Ärzte Zeitung, 25.06.2014

Modernisierungsschub

Der Hauptstadtkongress wird interaktiv

Ein neuer Ort, ein neuer Gesundheitsminister, neue Themen und neue Präsentationsformen. Der Hauptstadtongress geht andere Wege.

Von Anno Fricke

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Neuer Standort für den Hauptstadtkongress: CityCube in Berlin.

© picture alliance / Eventpress Ra

BERLIN. Neustart für den Hauptstadtkongress "Medizin und Gesundheit". Nach 16 Großveranstaltungen im Internationalen Congress Centrum öffnet der Kongress heute im neuen Berliner City Cube die Pforten. "Der Kongress steht im Zeichen der Erneuerung", sagte Kongresspräsident Ulf Fink bei der Auftaktpressekonferenz am Dienstag.

Mit dem Umzug in den neuen Veranstaltungsort gehe ein Modernisierungsschub einher. Das Programm solle interaktiver und kommunikativer werden, kündigte Fink an. Ein Beispiel: Ein Blog wird sich der Verkammerung der Pflegeberufe widmen.

Die Veranstalter rechnen an den kommenden drei Tagen mit rund 8000 Besuchern. 700 Referenten werden die Gäste in mehr als 200 Veranstaltungen mit Informationen versorgen. Mehr als 200 Aussteller werben um die Aufmerksamkeit der Besucher.

Der Kongress teilt sich in drei Oberthemen: Krankenhaus, Klinik, Rehabilitation; das Deutsche Ärzteforum und den Pflegekongress. Dazu kommt das Hauptstadtforum Gesundheitspolitik.

"Es wird ernst", kommentierte Heinz Lohmann die Lage in der Gesundheitswirtschaft. Lohmann ist wissenschaftlicher Leiter des Management-Kongresses "Krankenhaus, Klinik, Rehabilitation." Die Manager in diesem Bereich würden in immer schnellerer Taktung ausgetauscht, sagte Lohmann.

Wenn der Umschlag an Personal hoch sei, sei dies ein Indikator dafür, dass Veränderungen anständen. Dabei gehe es vor allem darum, Produktivitätsreserven zu heben. Zum einen versickere noch zuviel medizinischer Sachverstand in patientenfernen Tätigkeiten wie Dokumentation.

Zum anderen bedürfe es einer Marktbereinigung. Man müsse auch über Konkurse von Krankenhäusern nachdenken. "Wir haben ausreichend überschüssige Krankenhäuser", kündigte Lohmann spannende Debatten auf dem Kongress an.

Beim Deutschen Ärzteforum, das von Professor Axel Ekkernkamp geleitet wird, steht nicht weniger als eine "Neuvermessung der Gesundheit" im Mittelpunkt. Die versprechen sich viele Fachleute von der molekularen individualisierten Medizin, die einen Kongressschwerpunkt bilden wird.

Echte Weltneuheiten versprach Eckkernkamp zudem. Die liegen auf dem Gebiet der maritimen Medizin. Zu sehen ist, wie auf Schiffen erkrankte Menschen von Ärzten an Land medizinisch betreut werden können.

Weitere Akzente des Ärzteforums sollen der Nutzen von Arzneimitteltherapien, die Evidenzbasierung und die Qualitätssicherung sein. "Innovationen müssen Mehrnutzen stiften", umriss Ekkernkamp das Thema.

Die geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe und freiheitsentziehende Maßnahmen in Heimen sind tragende Themen des Deutschen Pflegekongresses. Erstmals gibt es einen Labortag als eigenständige Veranstaltungsreihe. Eine Neuauflage erfährt auch das Psychiatrieforum.

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