Ärzte Zeitung App, 13.11.2014

Kommentar zum Krankenhaus-Barometer

Konzentration ist angesagt

Von Helmut Laschet

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser kontrastiert deutlich zum Zustand der Gesamtwirtschaft und auch der GKV. Es geht ihnen schlecht.

Aber dafür sind nicht allein exogene Faktoren ursächlich, wie aus dem jetzt vorgelegten Krankenhaus-Barometer 2014 des Deutschen Krankenhaus-Instituts hervorgeht. Besonders aufschlussreich ist hier das Kapitel zur Situation der Geburtshilfe. Wenn fast 60 Prozent der Geburtshilfe-Abteilungen Verluste und nur 14,4 Prozent Gewinne schreiben, dann ist das ein Alarmsignal.

Dabei gibt es gravierende Unterschiede: Die größten Probleme in fast jeder Hinsicht haben kleine und mittlere Häuser (zwei Drittel) und Kliniken in dünn besiedelten ländlichen Kreisen (drei Viertel). Und genau diese Krankenhäuser haben auch die größten Probleme, freie Facharzt-Stellen zu besetzen.

Es ist also nicht nur Geld, das in der stationären Versorgung und insbesondere in der Geburtshilfe fehlt. Die strukturellen Veränderungen, die sich in der Gesamtgesellschaft vollziehen - Stichwort Urbanisierung - müssen auch für Krankenhäuser Konsequenzen haben. Und das heißt: Konzentration. Es ist eine bittere Pille, die viele Landräte und Bürgermeister schlucken müssen. Aber die einzige wirksame Medizin.

helmut.laschet@springer.com

Lesen Sie dazu auch:
Krankenhaus-Barometer: Kliniken wollen Geld von den Kassen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »