Ärzte Zeitung, 11.04.2013

Tarifverhandlung

4,6 Prozent mehr für Uniklinik-Ärzte

Einigung für die Ärzte an Deutschlands Unikliniken: 4,6 Prozent mehr Gehalt sollen die Kollegen erhalten. Außerdem konnte der Marburger Bund weitere Änderungen am Tarifvertrag durchsetzen.

4,6 Prozent mehr für Uniklinik-Ärzte

Marburger Bund: Mehr Gehalt für Uniklinik-Ärzte.

© Uwe Anspach / dpa

BERLIN. Die Gehälter der etwa 18.000 Ärzte an bundesweit 20 Unikliniken steigen um 4,6 Prozent. Darauf haben sich der Marburger Bund (MB) und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am Donnerstag in Berlin geeinigt.

Die Anhebung werde in zwei Schritten erfolgen, sagte MB-Chef Rudolf Henke. Rückwirkend zum 1. März 2013 gebe es eine lineare Erhöhung um 2,6 Prozent, zum 1. März 2014 werden die Gehälter dann noch einmal um 2,0 Prozent angehoben.

Henke nannte das Ergebnis einen "annehmbaren Kompromiss". Ursprünglich hatte der MB 6,5 Prozent mehr Gehalt gefordert. Jedoch gebe es künftig auch noch einige strukturelle Veränderungen, betonte der MB-Chef.

Unter anderem werde die Entgeltgruppe der Assistenzärzte (Ä 1) um eine zusätzliche Stufe ab dem sechsten Jahr ergänzt. In dieser Gruppe könnten die Ärzte 135 Euro mehr verdienen als in der fünften Stufe.

Damit sollen nach Angaben des MB junge Ärzte eine bessere Gehaltsperspektive erhalten, die zum Beispiel aus familiären Gründen mehr Zeit für ihre Weiterbildung benötigen, so Henke.

Mehr Geld für Samstagsarbeit

Darüber hinaus werde auch die Arbeit an Sonn- und Feiertagen aufgewertet. "So wird die Berechnung der Zeitzuschläge für Vollarbeit, beispielsweise an Sonn- und Feiertagen, auf eine neue, für die Ärzte günstigere Grundlage gestellt", erklärte der MB-Chef.

Künftig gilt: Als Berechnungsgrundlage wird das Stundenentgelt der dritten Stufe der jeweiligen Entgeltgruppe und nicht mehr das Stundenentgelt der ersten Stufe genommen.

Auch die Arbeit an Samstagen soll künftig besser bezahlt werden. Bisher erhielten Uniklinik-Ärzte für die Vollarbeit am Samstag in der Zeit von 13 bis 21 Uhr lediglich einen Zuschlag von 64 Cent pro Stunde.

"Künftig wird es für die Arbeit an Samstagen in derselben Zeit einen Zuschlag in Höhe von zehn Prozent des Stundenentgelts der dritten Stufe der jeweiligen Entgeltgruppe geben", betonte Henke.

Zusammen mit diesen strukturellen Veränderungen erhielten die Uniklinik-Ärzte insgesamt 5,2 Prozent mehr Gehalt.

Darüber hinaus einigten sich MB und TdL auf eine neue Regelung beim Urlaubsanspruch: Ab dem 1. Januar 2014 erhalten Uniklinik-Ärzte ab dem siebten Berufsjahr 30 Tage Erholungsurlaub, Ärzte mit weniger Berufserfahrung haben einen Urlaubsanspruch von 29 Arbeitstagen.

Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2015. Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Tarifgremien des Marburger Bundes. (sun)

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