Ärzte Zeitung online, 05.02.2015

Tarifabschluss

4,1 Prozent mehr Geld für Klinikärzte

Marburger Bund und kommunale Arbeitgeber haben sich nach der dritten Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 52.500 Klinikärzte geeinigt.

DÜSSELDORF. Ein Gehaltsplus von 4,1 Prozent, aber keine Entlastung bei den Wochenenddiensten, so lässt sich der Tarifabschluss für die Ärzte an den kommunalen Kliniken zusammenfassen.

Die Gehälter werden in zwei Stufen angehoben. Rückwirkend zum 1. Dezember 2014 um 2,2 Prozent und ab dem 1. Dezember dieses Jahres um weitere 1,9 Prozent. Die Gesamtlaufzeit beträgt 21 Monate.

Vereinbart wurde zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Mittwochmorgen in Düsseldorf auch eine bessere Vergütung der Bereitschaftsdienste.

Hier soll künftig die Erfahrung eines Arztes stärker berücksichtigt werden. Bislang bezieht sich die Bezahlung ausschließlich auf die Entgeltgruppe. Die Vergütung steigt zwischen drei und 12,3 Prozent.

30 Tage Urlaub pauschal

Durchschnittlich werden die Bereitschaftsdienstentgelte um 7,1 Prozent erhöht. Beschlossen wurde auch, dass alle Ärzte an den kommunalen Kliniken einen Urlaubsanspruch von 30 Kalendertagen pro Jahr haben. Bislang galt dies erst ab dem siebten Jahr ärztlicher Tätigkeit.

Beide Seiten zeigten sich mit dem Tarifabschluss zufrieden. "Wir haben einen tragfähigen Kompromiss mit substanziellen Verbesserungen bei den Gehältern und Bereitschaftsdienstentgelten erzielt", kommentierte MB-Verhandlungsführer Rolf Lübke das in der dritten Verhandlungsrunde erzielte Ergebnis.

 VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg sprach von einem "vertretbaren Abschluss für die Krankenhäuser und die Ärzte". Nach VKA-Angaben kommen durch die Tarifsteigerungen 316 Millionen Euro Mehrkosten auf die kommunalen Krankenhäuser zu.

Bei Wochenenddiensten kann sich der MB nicht durchsetzen

Nicht durchsetzen konnte sich der Marburger Bund mit der Forderung, nach maximal zwei Wochenenddiensten pro Monat.

Ein generelles Verbot von mehr als zwei Wochenenddiensten, auch in Ausnahmesituationen, sei mit dem Versorgungsauftrag der Krankenhäuser nicht vereinbar, wies VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann die Forderung des Marburger Bundes rigoros zurück.

Für den MB haben die Arbeitgeber hier eine Chance vertan, "einen konkreten Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu leisten und die kommunalen Krankenhäuser attraktiver zu machen", zeigte sich Lübke enttäuscht.

Die Tarifeinigung gilt für 52 500 Ärzte an etwa 550 Kliniken, vorausgesetzt die beteiligten Tarifgremien stimmen dem Abschluss zu. (chb)

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