Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

CME

Was bedeutet sie?

CME steht für Continuous Medical Education, für kontinuierliches berufsbegleitendes Weiterlernen. Seit einigen Jahren werden Nachweise verlangt, die die Fortbildungsaktivitäten belegen.

Was ist das Ziel?

Wichtigstes Ziel der Fortbildung ist die Verbesserung des ärztlichen Handelns. Fortbildung soll gewährleisten, dass ärztliche Kompetenz dauerhaft erhalten, erweitert und aktualisiert wird. Ärzte sollten dabei sowohl fachspezifische als auch interdisziplinäre Themen berücksichtigen.

Wo steht es im Gesetz?

Die Regelungen zur ärztlichen Fortbildung für Vertragsärzte werden in Paragraf 95d SGB V erläutert: "Ein Vertragsarzt hat alle fünf Jahre gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung den Nachweis zu erbringen, dass er in dem zurückliegenden Fünfjahreszeitraum seiner Fortbildungspflicht nachgekommen ist. (...) Erbringt ein Vertragsarzt den Fortbildungsnachweis nicht (...), ist die Kassenärztliche Vereinigung verpflichtet, das an ihn zu zahlende Honorar aus der Vergütung vertragsärztlicher Tätigkeit (...) zu kürzen."

Wann wurde die Nachweispflicht eingeführt?

Die Mustersatzung "Fortbildung und Fortbildungszertifikat" wurde vom 107. Deutschen Ärztetag im Mai 2004 in Bremen beschlossen. Die Nachweispflicht begann am 1. Juli 2004.

Wie sind niedergelassene Ärzte betroffen?

Vertragsärzte, die schon zum 30. Juni 2004 zugelassen waren, müssen 250 CME-Fortbildungspunkte bis Ende Juni 2009 ihrer zuständigen Landesärztekammer nachweisen. Für Kollegen, die erst nach dem 30. Juni zugelassen werden, endet der Fünf-Jahres-Zeitraum für den Fortbildungsnachweis entsprechend später. Der Nachweis über die erworbenen Punkte wird erbracht, indem etwa die Bescheinigungen über die erworbenen CME-Punkte als Kopie eingereicht werden. Noch besser: Seit Einführung der EFN (einheitlichen Fortbildungsnummer) und Einrichtung des EIV (einheitlichen Informationsversteilers) können die Punkte elektronisch auf das eigene Punktekonto gebucht werden. Voraussetzung ist, dass sich die Teilnehmer bei Fortbildungsveranstaltungen mit ihrem EFN-Barcode identifizieren (Aufkleber; Fortbildungsausweis).

Wie sind Klinikärzte betroffen?

Auch ermächtigte Krankenhausärzte (Fachärzte) in Kliniken müssen seit dem 1. Januar 2006 alle fünf Jahre 250 CME-Punkte für das Zertifikat sammeln. Die Regelungen für Klinikärzte stehen in Paragraf 137 SGB V.

Wofür gibt es CME-Punkte?

In der Mustersatzung ist geregelt, wie das Zertifikat erworben werden kann. Die Landesärztekammern haben diese Mustersatzung übernommen, zum Teil aber leicht verändert. Grundsätzlich gilt: Pro 45-minütige Fortbildungseinheit wird 1 CME-Punkt vergeben. Es gibt acht Fortbildungskategorien:

  • Kategorie A: Vortrag und Diskussion (Frontalveranstaltung),
  • Kategorie B: mehrtägige Kongresse im In- und Ausland,
  • Kategorie C: Fortbildung mit Beteiligung jedes einzelnen Teilnehmers (etwa Workshop, Arbeitsgruppen, Qualitätszirkel, Balintgruppen, Fallkonferenzen, praktische Übungen),
  • Kategorie D: strukturierte interaktive Fortbildung über Printmedien, Online-Medien und audiovisuelle Medien mit nachgewiesener Qualifizierung und Auswertung des Lernerfolgs in Schriftform,
  • Kategorie E: Selbststudium durch Fachliteratur, Fachbücher sowie Lehrmittel,
  • Kategorie F: wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge,
  • Kategorie G: Hospitationen,
  • Kategorie H: in Curricula erworbenes Wissen (etwa Weiterbildungskurse, die nach der Weiterbildungsordnung für eine Weiterbildungsbezeichnung vorgeschrieben sind, Zusatzstudiengänge).

Die Landesärztekammern erkennen untereinander die jeweils erworbenen CME-Punkte an.

Welche Sanktionen sind möglich?

Wer ab Mitte 2009 die geforderten 250 CME-Punkte und damit das Fortbildungszertifikat bei der KV nicht vorlegen kann, bekommt das Honorar gekürzt. Im ersten Jahr werden zehn Prozent abgezogen, im zweiten Jahr 25 Prozent. Bringen Kollegen auch am Stichtag 30. Juni 2011 den Nachweis nicht, droht der Entzug der Zulassung.

Was sind die Vorteile?

Ärzte können mit kontinuierlicher Fortbildung sicherstellen, dass ihr Fachwissen stets auf einem aktuellen Stand ist.

Was sind die Nachteile?

Fortbildung muss in der Regel aus eigener Tasche bezahlt werden. Die "Ärzte Zeitung" und der "Springer Medizin Verlag" kooperieren bei CME-Fortbildungen. Jeden Monat stehen Module von CME.springer.de kostenlos vier Wochen zur Verfügung.

Wo gibt es weitere Informationen?

Auf der Internetseite der Bundesärztekammer www.baek.de steht die Mustersatzung (Suchworte Muster-Satzungsregelung Fortbildungszertifikat). Auf den Internetseiten der Landesärztekammern sind die jeweils geltenden Bestimmungen nachzulesen. Die Vereinbarung für Fachärzte in Kliniken steht im Web unter: www.g-ba.de/

downloads/39-261-257/2005-12-20-Vereinbarung-Fortbildung_BAnz.pdf

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