Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

Elektronischer Arztausweis

Was bedeutet er?

Mit einer Chipkarte - auch elektronischer Heilberufeausweis (eHBA) genannt - sollen sich Ärzte in Zukunft ausweisen. Auf der neuen Karte sind ein Foto des Arztes sowie Grunddaten (Arztnummer, Adresse, Gültigkeitsdatum ...) abgedruckt. Der Chip schafft die Voraussetzungen für eine rechtssichere elektronische Signatur, für eine sichere Verschlüsselung von Patientendaten und für eine Authentifizierung von Ärzten in elektronischen Netzen und im Zusammenspiel mit der elektronischen Gesundheitskarte.

Wo steht es im Gesetz?

Paragraf 291 a Sozialgesetzbuch V, Absatz 5: "(...) Der Zugriff auf Daten (...) mittels der elektronischen Gesundheitskarte darf nur in Verbindung mit einem elektronischen Heilberufsausweis (...) erfolgen, der über eine qualifizierte elektronische Signatur verfügt." Für die Umsetzung des neuen Arztausweises im Detail sind die Länder zuständig. Näheres wird in den Heilberufegesetzen geregelt.

Was ist das Ziel?

Der Arztausweis soll die elektronische Kommunikation unter Ärzten fördern, indem er deren Sicherheit gewährleistet. Außerdem soll der Ausweis den Datenschutz bei Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte sicherstellen.

Wie sind Ärzte betroffen?

Der eHBA wird im Zusammenspiel mit der E-Card viele Abläufe in der Praxis ändern. Digitale Signaturen sind etwa bei der digitalen Archivierung, beim E-Rezept und bei elektronischen Arztbriefen erforderlich.

Wann ist er einzuführen?

Der neue Arztausweis wird spätestens dann von allen Ärzten gebraucht, wenn die elektronische Gesundheitskarte (eGK) kommt. Die Einführung hat sich schon um einige Jahre verzögert, weil die neue Karte später kommt als geplant. In den Testregionen der eGK sind Vorläuferkarten eingesetzt worden, die nach derselben Prozedur an Ärzte ausgegeben werden, die später für alle erforderlich ist.

Inzwischen bereiten viele Landesärztekammern die Ausgabe der elektronischen Arztausweise vor, unabhängig von der Gesundheitskarte. In einigen Kammern sind auch bereits erste Karten ausgegeben worden.

Welche Vorteile hat er?

Elektronische Arztbriefe, die mit der Arztkarte verschlüsselt und signiert werden, erleichtern die innerärztliche Kommunikation. Ärzte, die ihre Post elektronisch verschicken, sparen Porto. Nur mit EDV sind die steigenden Anforderungen an Ärzte zum Beispiel bei der Dokumentation im Praxisalltag überhaupt noch erfüllbar. Der neue Arztausweis gewährleistet dabei die Sicherheit. Für Patienten ist der eHBA die Rückversicherung, dass mit der eGK kein Missbrauch getrieben wird. Die Patientenrechte werden sogar gestärkt.

Welche Nachteile hat er?

Die neuen elektronischen Prozesse in der Praxis, zum Beispiel für die Verordnung von Medikamenten, sind noch nicht endgültig geklärt. Zum Teil könnte der Praxisablauf durch die elektronische Signatur verzögert werden. Noch immer nicht endgültig geklärt ist auch, wie Investitionen von Niedergelassenen in Karte, neue Lesegeräte und Sicherheitstechnik finanziert werden.

Wo gibt's mehr Infos?

Ausführliche Informationen im Internet gibt die Bundesärztekammer im Internet (www.baek.de, "Ärzte", "eArztausweis").

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