Dienstag, 21. Mai 2013
Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

Prävention

Was bedeutet sie?

Als Prävention bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen, die geeignet sind, den Eintritt einer Krankheit zu verhindern oder zu verzögern oder die Krankheitsfolgen abzuschwächen.

Unterschieden wird dabei zwischen der Primärprävention (Maßnahmen des Risikoschutzes bei Gesunden), der Sekundärprävention (Vorsorgemaßnahmen um Krankheiten frühzeitig diagnostizieren und Patienten therapieren zu können) und der Tertiärprävention (Maßnahmen um nach Krankheiten Rückfälle und Folgeschäden zu verhindern oder abzumildern). Bei der Prävention gibt es zwei Ansätze: die Verhaltensprävention und Verhältnisprävention.

Wo steht es im Gesetz?

Die "Leistungen zur Verhütung von Krankheiten, betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, Förderung der Selbsthilfe" sind in den Paragrafen 20 bis 24 b SGB V geregelt.

Welchen politischen Stellenwert hat Prävention?

Das Bundesgesundheitsministerium sieht in der Stärkung der Prävention einen der Schwerpunkte seiner Arbeit und bezeichnet die Prävention als die zentrale Investition in die Zukunft. Die Prävention soll als vierte Säule neben Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege fest im Gesundheitssystem etabliert werden.

Die rot-grüne Bundesregierung wollte bereits im Jahr 2005 ein Präventionsgesetz auf den Weg bringen, scheiterte damit aber im Sommer 2005 im Bundesrat. Das Projekt wurde durch die Neuwahlen dann auf Eis gelegt. Das Präventionsgesetz stand auch bei der großen Koalition auf der Agenda, ein im November vorgelegtes Gesetz scheiterte erneut vor allem am Widerstand der Bundesländer und ihren Vorstellungen über die Finanzierung.

Das faktische Verhalten der verschiedenen Politikebenen in Bund, Ländern und Kommunen ignoriert eine bedrohliche Entwicklung des Gesundheitsstatus von sozial und ökonomisch benachteiligten Menschen. in hohem Maße betroffen sind vor allem Kinder, bei denen sich familiäre und soziale Risiken kumulieren: Armut, Arbeitslosigkeit der Eltern, Bildungs- und Ausbildungsdefizite.

Nach dem Kinder- und Jugend-Gesundheits-Survey des Robert-Koch-Instituts sind zwischen zehn und 20 Prozent der Kinder in ihrer Gesundheit und Lernfähigkeit so ernsthaft gefährdet, dass sie wahrscheinlich nie einen Beruf erlernen können.

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