Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

Risikostrukturausgleich

Was bedeutet der Risikostrukturausgleich?

Der Risikostrukturausgleich (RSA) der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein Finanzausgleich zwischen allen Krankenkassen - mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Krankenkassen. Der RSA wurde unter Gesundheitsminister Horst Seehofer im Jahr 1994 eingeführt. Er flankierte den ab 1996 einsetzenden Wettbewerb um Versicherte, die seitdem ihre Krankenkasse frei wählen können.

Der Ausgleich soll verhindern, dass einige Kassen nur deshalb besonders hohe Beitragssätze aufweisen, weil sie überdurchschnittlich viele alte, kranke Versicherte haben. Weitgehend ausgeglichen wurden danach Einkommensunterschiede der Versicherten, die unterschiedlichen Belastungen der Kassen für beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige sowie unterschiedliche Geschlechts- und Altersverteilung als Anhaltspunkte für die Morbidität. Dieser Risikostrukturausgleich hat die Beitragssätze der Krankenkassen angenähert, die Spanne lag zuletzt aber zwischen etwa 12 bis über 15 Prozent.

Verfeinert wurde der Risikostrukturausgleich 2003 durch Bildung eines Risikopools für besonders teure Krankheiten und für Patienten, die in Disease-Management-Programme eingeschrieben waren.

Seit 2009 gilt ein morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich; er ist die wesentliche Funktion des Gesundheitsfonds. Neu ist der hundertprozentige Finanzkraftausgleich zwischen den Krankenkassen (zuvor etwa 90 Prozent), und die Verteilung der Finanzmittel auf die Krankenkassen - neben den Einflussfaktoren Alter und Geschlecht - nach der Häufigkeit von rund 80 schweren und kostenträchtigen Krankheiten bei den einzelnen Kassen.

Neu ist, dass Beitragseinnahmen der Kassen direkt an den Fonds geleitet, dort zusammen mit den Steeurzuschüssen nach den Kriterien des Morbi-RSA neu aufgeteilt und so morbiditätsorientiert als gleiche Monatsbeiträge an die Kassen ausgezahlt werden. Die Abwicklung des Morbi-RSA erfolgt wie bislang schon beim Bundesversicherungsamt in Bonn. Rechtsgrundlage ist Paragraf 266 SGB V.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »