Ärzte Zeitung, 21.05.2008

Verantwortung für Ausgaben neu bestimmen

ULM (sto). Weniger als ein Drittel der Arzneimittelausgaben können vom Arzt beeinflusst werden. Den Rest steuern die Krankenkassen, die Pharmaunternehmen, der Großhandel und die Apotheker.

Darauf hat der stellvertretende KVB-Vorsitzende Dr. Carl-Heinz Müller bei der Vertreterversammlung in Ulm hingewiesen. Immer deutlicher zeige sich, dass sich vor allem die Rabattverträge kontraproduktiv auf das Verordnungsverhalten auswirkten, kritisierte Müller. Wenn aufgrund eines Rabattvertrages ein Originalpräparat statt eines günstigeren Generikums verordnet werde, sei das "äußerst verwirrend."

Den Ärzten könne nicht länger die Verantwortung für die Arzneimittelausgaben aufgeladen werden. "Wir fordern die Übertragung der Preis-verantwortung für Arzneimittel auf die Krankenkassen und die pharma-zeutische Industrie", sagte Müller. Deutschland sei das einzige Land in Westeuropa, in dem Arzneimittelregresse gegen Ärzte ausgesprochen werden.

Um die Preisverantwortung gerechter zu verteilen, arbeiten KBV und die KVen derzeit an einem neuen Konzept zur Arzneimittelversorgung, berichtete Müller.

Das Wichtigste und Interessanteste vom 111. Deutschen Ärztetag in Ulm »

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